Sebastian Moll, New York 09.08.2012 / Politik

Nur einer von Tausenden

Wisconsin-Attentäter war als Nazi bekannt / Wachsende Zahl extremistischer Gruppen in den USA

Der Attentäter, der am Sonntag in einem Sikh-Tempel in Milwaukee ein Blutbad angerichtet hat, sang Lieder über die »weiße Vorherrschaft« und posierte vor Hakenkreuz-Flaggen. Sein Blutbad wirft ein Schlaglicht auf die Neonazi-Szene in den USA, auch weil der Attentäter schon lange unter Beobachtung stand. Einen Grund zum Eingreifen sah man aber nicht - er war nur einer von vielen in der rechten Szene der USA.

Der Anschlag in Milwaukee wäre wohl vermeidbar gewesen. Als Mark Potok erfuhr, was sich am Sonntag in einem Sikh-Tempel zugetragen hatte, war er jedenfalls nicht im Geringsten überrascht. Wade Page, der Mann, der in den Tempel gestürmt war und sechs Menschen wahllos niedergeschossen hatte, war Potok bestens bekannt. »Wir hatten ihn schon seit zehn Jahren auf dem Radar«, sagte der Vorstand des »Southern Poverty Law Center« (SPLC), einer gemeinnützigen Organisation, die rassistische und rechtsextreme Gruppen in den USA überwacht.

Wade Page hatte allerdings dem »Southern Poverty Law Center« die Überwachung nicht eben schwer gemacht. Auf Neonazi-Foren wie »Storm Front« und »Hammerskin« war er regelmäßig präsent und wiegelte zu Hass und Gewalt gegen Afroamerikaner und Homosexuelle auf. Und als Mitglied gleich mehrerer Skinhead-Bands wie »End Apathy« und den »Blue Eyed Devils«, schrie er, für jedermann mit Internetanschluss hörbar, unmis...

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