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Gemeinsam gegen die Lebensmittelkrise

Die Staaten Mittelamerikas wollen die lokalen Reserven aufstocken und die Vertriebsstrukturen stärken

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Beim Treffen des Zentralamerikanischen Integrationssystems (SICA) in Managua standen die massiv steigenden Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt und die Drogenkriminalität im Mittelpunkt der Beratungen.

Managua rief, doch nicht alle Präsidenten kamen. Lediglich drei der acht Staatschefs des Zentralamerikanischen Integrationssystem (SICA) ließen sich in Nicaraguas Hauptstadt persönlich blicken: Neben Gastgeber Daniel Ortega waren das Honduras’ inzwischen zähneknirschend akzeptierter Präsident Porfirio Lobo und El Salvadors Staatsoberhaupt Mauricio Funes. Die anderen Vollmitglieder Costa Rica, Guatemala, Panama, Belize sowie die assoziierte Dominikanische Republik schickten Vertreter.

Besorgnis rief auf dem Treffen die durch eine anhaltende Dürreperiode in Nordamerika massiv gestiegenen Preise für Getreide und andere Agrarprodukte hervor. El Salvadors Präsident Mauricio Funes regte die Gründung eines gemeinsamen, regionalen Lebensmittelmarktes an, um gegen Verwerfungen auf dem Weltmarkt besser gewappnet zu sein. In der Abschlusserklärung zu dem Thema wurde das Generalsekretariat des SICA zudem beauftragt, fortan einen regelmäßigen Bericht zur Entwicklung der Nahrungsmittelpreise vorzulegen. So sollen gefährliche Trends frühzeitig erkannt werden.

Als eine der angestrebten Methoden zur Verbesserung der Ernährungssicherheit nennt die Erklärung die Förderung lokaler Vertriebsstrukturen und Reserven. Dies sei angesichts unterschiedlicher Risiken notwendig, zu denen die mittelamerikanischen Staaten nach Angaben der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina die Spekulation mit Getreide, Veränderungen des Klimas sowie die Krisen in Finanzwesen, Wirtschaft und Handel zählen.

Beachtlich ist dennoch, dass sich die SICA-Staaten auf das Thema der Ernährungssicherheit beschränkten und die Frage der Ernährungssouveränität - also etwa der Unabhängigkeit vom US-amerikanischen Agrarmarkt - außen vor ließen. Die bestehende Bindung Mittelamerikas an die USA wird von zahlreichen Experten als Teil des Problems gesehen, weil die Konsumentenstaaten von den zum Teil erheblichen Preisschwankungen auf dem US-Markt abhängig sind, ohne auf die Faktoren Einfluss nehmen zu können.

Auch das zweite große Thema bei der Konferenz in Managua, der Drogenhandel und die daraus resultierende Kriminalität, hat eine seiner Ursachen in den USA. Auf dem 6. sogenannten Amerika-Gipfel hatte der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza, den Auftrag erhalten, einen Bericht zu den Maßnahmen zu erarbeiten, den er nun in Managua vorstellte. Die Empfehlungen wurden zunächst hinter verschlossenen Türen diskutiert. Jedoch empfahl Chiles ehemaliger Außenminister länderübergreifende institutionelle Reformen. Zahlreiche Mitglieder von Jugendbanden gerieten in der Haftzeit noch stärker in die Fänge der Drogenmafia, weil die Gefängnisse »kein Ort der Resozialisierung« seien, kritisierte Insulza.

Das SICA war 1991 nach Beendigung der Bürgerkriege in mehreren Staaten der Region gegründet worden. Ziel der Regionalorganisation ist die Sicherung der Stabilität und des Friedens in Mittelamerika. Bei dem Treffen wurde daher auch des 25. Jahrestages des sogenannten Esquipulas-II-Abkommens gedacht, das 1987 den Grundstein für den Frieden in Mittelamerika legte.

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