Kater nach der Party

Olympiasiegerin gedopt: Nach dem rauschenden Fest herrscht in London der Blues

  • Von Jirka Grahl
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Spice Girls, The Who, Kate Moss: Bei der Abschlussfeier wollte London noch einmal mit aller Macht zeigen, wie viel Coolness und Selbstironie in der Gastgebernation steckt. Am Tag eins nach den Sommerspielen 2012 muss das IOC allerdings die erste Londoner Goldmedaille zurückfordern: Die Kugelstoßerin Nadeschda Ostaptschuk aus Belarus war gedopt.

Alle Lieder waren gesungen, die olympische Fahne an den Bürgermeister von Rio de Janeiro weitergereicht, das Olympische Feuer erloschen und die 80 000 Zuschauer auf dem Heimweg von der Abschlussfeier der 30. Olympischen Spiele. Angeblich fast eine Milliarde Menschen sollen zugesehen haben bei der lila-blau-schillernden Goodbye-Party der Briten: Haben womöglich wirklich ein paar Menschen das Gefühl bekommen, dass bei Olympischen Spielen die Welt ein Stück enger zusammenrückt?

Das universelle Spektakel Olympia: Sollten sich die Bilder von der Londoner Abschlussfeier in ein paar Millionen Lichtjahren in einer anderen Galaxie tatsächlich entschlüsseln lassen, so werden diese Außerirdischen bei der ersten Inaugenscheinnahme wohl keinen Zweifel haben, Bilder einer riesigen religiösen Zeremonie zu sehen. Olympia inszeniert sich als Religion, das Ideal von fairem gemeinschaftlichem Wettkampf der Völker funktionierte zumindest in der Darbiet...


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