Peter Monnerjahn 16.08.2012 / Ausland

Einflussreiche Feinde

Julian Assange und Bradley Manning: Zwei Beispiele unerhörter Freiheitsrechtsverletzungen

Julian Assanges Befürchtung, er könnte an die USA ausgeliefert und Opfer eines politisch motivierten Prozesses werden, ist nicht unbegründet. Mit der Veröffentlichung von US-Depeschen hat sich der Australier den Zorn Washingtons zugezogen. Mit Beginn des Ermittlungsverfahrens gegen ihn nahmen die Aktivitäten der Enthüllungsplattform Wikileaks, zu deren treibenden Kräften Assange gehörte, ab. Im Streit verließen Weggefährten das Projekt. Wikileaks verfügt heute über keine eigene Infrastruktur mehr, um einen sicheren Umgang mit eingereichten Dokumenten zu gewährleisten.

Die Wikileaks-Veröffentlichungen der letzten gut zwei Jahre gehören zu den wichtigsten Enthüllungen staatlicher Lügen, Vertuschungen und unbezweifelbarer Verbrechen seit der Veröffentlichung der Pentagon Papers. Aus den Pentagon Papers, von Daniel Ellsberg 1971 an die Öffentlichkeit gebracht, ging hervor, dass die US-Regierung den Vietnamkrieg schon lange vorbereitet hatte, bevor sie »zur Sicherung der Demokratie« in Südvietnam einen angeblichen Angriff auf ein US-Kriegsschiff im Golf von Tonkin zum Anlass nahm, den Krieg vom Zaun zu brechen.

Wikileaks veröffentlichte interne US-Militärberichte zu den Kriegen in Afghanistan und Irak, gut 250 000 diplomatische Depeschen der Amerikaner und nicht zuletzt das Video »Collateral Murder«, das zeigt, wie amerikanische Soldaten in Irak aus einem Kampfhubschrauber heraus offensichtlich unbewaffnete Zivilisten gezielt töten, darunter zwei Reuters-Journalisten. Die mutmaßliche Quelle für die Depeschen und das Video ist der US-Gefreite Bradley Manning, der in Irak beim militärischen Nachrichtendienst stationiert war. Nachdem sich Manning einem Journalisten anvertraut hatte, der ihn dann als Informationsquelle bloßstellte, wurde er festgenommen und unter anderem des Landesverrats angeklagt, für den die Todesstrafe verhängt werden kann.

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