Makel Stadtteilschule

Hamburgs Eltern schicken ihre Sprösslinge lieber aufs Gymnasium

  • Von Reinhard Schwarz
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Das deutsche Schulsystem befindet sich im Umbau. In einigen Bundesländern kann mittlerweile in den zusammengelegten Haupt- und Realschulen das Abitur nach 13 Jahren erworben werden. In Hamburg heißen diese Bildungsstätten Stadtteilschulen. Doch standesbewusste Eltern schicken ihre Kinder weiter lieber aufs Gymnasium.

Sackgasse Stadtteilschule? In Hamburg wird weiterhin über das sogenannte Zwei-Säulen-Modell gestritten. Das gleichberechtigte Nebeneinander von Stadtteilschule und Gymnasium sei gescheitert, erklärte Dora Heyenn, Fraktionschefin der Hamburger Linksfraktion in der Bürgerschaft: »Das Versprechen des SPD-Senats, mit Bildung gegen die Armut vorgehen zu wollen, entpuppt sich als bloße Worthülse. Hamburgs Stadtteilschulen entwickeln sich zurück zu Haupt-, Real- und Sonderschulen.« Die Stadtteilschulen ersetzen in der Tat die früheren Haupt- und Realschulen, aber auch die Gesamtschulen und sollen in 13 Jahren zum Abitur führen, während die Gymnasiasten diese Prüfung nach zwölf Jahren ablegen müssen.

Die Stadtteilschule - so der politische Wille - soll eigentlich gleichberechtigt neben dem Gymnasium stehen. Doch die Zahlen sprächen eine andere Sprache, sagt Dora Heyenn: »Fast alle SchülerInnen mit Gymnasialempfehlung werden auch ein Gymnas...

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