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Kommentar von Grit Gernhardt

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Beim Wörtchen »kostenlos« fangen ja gemeinhin alle Augen an zu leuchten. Ob der Run auf die von Bundesumweltminister Peter Altmaier geplante kostenlose Energieberatung aber so groß sein wird wie der auf die Häppchen am Firmenbuffet oder die Werbegeschenke bei der Buchmesse, muss sich erst noch zeigen. Grundsätzlich klingt die Idee vernünftig: Gerade wer wenig Geld hat, sollte ja großes Interesse daran haben, durch energiesparendes Verhalten seine Strom- und Gaskosten zu reduzieren. Da allerdings beginnt schon das Problem: Denn es ist nicht damit getan, den Fernseher mal auszulassen oder die Heizungswärme im Winter um ein Grad zu reduzieren. Wer effektiv und viel Energie sparen will, muss erst einmal investieren. Die sparsamsten Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Kühlschränke sind nämlich nicht gleichzeitig die billigsten, und im Hartz-IV-Satz sind Neuanschaffungen quasi nicht vorgesehen.

Die Privathaushalte werden also nach erfolgter Beratung sehen müssen, ob und wie sie die Spartipps umsetzen können. Dass an anderer Stelle viel mehr Strom verschwendet wird, spielt im Altmaier-Konzept dagegen wieder einmal eine untergeordnete Rolle. Statt nämlich energieintensive Industrien endlich zum Stromsparen zu zwingen, wird an der staatlichen Subventionierung der Energiekosten nicht gerüttelt - jeder Haushalt zahlt so jährlich rund 175 Euro für die Konzerne mit. Fragt sich also, wer eine Energieberatung am nötigsten hätte.

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