Wolkenmusik

Jochen Jung gelang eine schwebende Sommergeschichte, in der auch das Schwere nicht fehlt

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Da sehen wir ihn sitzen, Jonathan, auf einer Düne, und über ihm kreisen die Möwen. Ist es beabsichtigt oder nicht, dass man an die Möwe Jonathan denkt, aus dem berühmten Roman von Richard Bach, für die das Fliegen eine so große Lust und schon Selbstzweck war? Das meint eine Art von Gemüt, wie sie nicht jeder hat, so dass man leicht zum Außenseiter wird. Ist Jonathan ein solcher? In gewisser Weise schon. Man kann es allein daran ersehen, dass er sich bei der Beerdigung seiner Mutter nicht ganz so benommen hat, wie es vorgesehen war. Ist aus der Kirche gerannt, danach nicht mehr mit ins Wirtshaus gegangen, sondern hat sich in den Zug gesetzt in Altona, im vagen Gedanken, dort anzukommen, wo seine Mutter herstammt. Aber in jenem Dorf gibt es keinen Bahnhof. Anderswo ist er ausgestiegen, hat sich vom Zufall treiben lassen und fühlt sich nun ganz seltsam, wie er da aufs Meer blickt. In Scham über sein sonderbares Verhalten und dabei in selt...


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