Wenn das Baby mal nicht schreit

»Nachtlärm« von Christoph Schaub

  • Von Caroline M. Buck
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Abends passiert bei Livia und Marco alles nur noch in Zeitlupe und auf Zehenspitzen. Bloß kein Geräusch machen, damit das Kind nicht aufwacht. Fußball oder Fernsehfilm, auf der Mattscheibe läuft alles nur mit Kopfhörern, jede zwischenmenschliche Kommunikation auf ein Flüstern reduziert. Baby Tim hat seine Eltern fest im Griff. Und auch der Film selbst geht flüsternd auf Zehenspitzen, kopfhörergedämmt, solange die Eltern befürchten müssen, dass ihr Schreikind noch mal aufwacht.

Dann geht die Mutter ins Bett, der Vater wird übermütig, es läuft gerade Sebastian Schippers »Ein Freund von mir« im Fernsehen (der Film stammt aus der selben Klitsche wie »Nachtlärm«, echte Schleichwerbung also), eine Szene, in der Jürgen Vogel seinem vorsichtigen, verklemmten, anständigen neuen Kollegen bei vollem Fahrtwind das Freischreien vormacht, und Marco vergisst jede Vorsicht. Der Ton wird laut, das Baby - schweigt. Und Marco macht sich Hoffnung auf ...


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