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Keine Ausreden mehr

Stefan Emmerling als erster Trainer in der 3. Liga entlassen - Chemnitz dreht Spiel

  • Von Anne Armbrecht, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.
Ein Punkt aus sechs Spielen war einfach zu wenig für Erfurts Trainer Stefan Emmerling. Nach der 0:2-Pleite gegen Bielefeld wurde der Trainer des Drittligaschlusslichts beurlaubt.

Rolf Rombach hätte gern an seinem Trainer festgehalten. Bei aller Erfolglosigkeit der vergangenen Wochen hatte der Präsident des FC Rot-Weiß Erfurt Stefan Emmerling stets den Rücken gestärkt. Die jüngste 0:2-Niederlage gegen Arminia Bielefeld aber war dem Schlusslicht der 3. Fußball-Liga eine zu viel: Noch am Samstagabend beurlaubte Rombach den Übungsleiter. »Der Fußball sieht in solchen Situationen leider immer den Trainer in der schwächsten Rolle«, begründete ein betrübter Vereinsboss das Ergebnis einer nach Abpfiff spontan angesetzten Präsidiumssitzung.

Nur ein Punkt aus sechs Spielen, dazu 2:14 Tore und der letzte Tabellenplatz - für den ambitionierten Thüringer Traditionsverein ist das ein Katastrophenstart. Unter Emmerlings Leitung hatten die Rot-Weißen zuletzt zweimal nur knapp den Aufstieg in Liga zwei verpasst. Der 46-Jährige war im März 2010 nach Erfurt gekommen, hatte danach mit stetig schrumpfendem Etat eine gute Truppe geformt. Diesmal gelang es nicht - obwohl das Gros der Leistungsträger gehalten wurde.

Auf der Bank sollen es in Henri Fuchs und Christian Preußer nun vorübergehend Emmerlings Co-Trainer und der bisherige A-Jugendcoach richten. Morgen gegen Zweitligabsteiger Alemannia Aachen und gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund betreuen sie das Team. Danach macht die Liga zwei Wochen Pause - Zeit genug für eine »wohl überlegte« Trainerentscheidung, fand Erfurts Präsident Rombach.

»Konzeptlos« nannte der Vereinschef das, was die Mannschaft bisher geboten hatte. In der Frühphase der Saison verlor das Schlusslicht schon den Anschluss. Rombach schimpfte insbesondere auf die Truppe: »Sie ist ihrer Verantwortung nicht nachgekommen.« Dass letztlich aber der Trainer die Koffer packen musste, erklärte sich für ihn mit »den Regeln des Fußballs. «

Verunsichert wirkten die Auftritte zuletzt. Pässe fanden selbst auf engstem Raum nicht den Mitspieler, weil jeder irgendwie für sich agierte. Dazu kam Pech: Durch Verletzungen und Platzverweise fanden sich gleich mehrere Stammkräfte auf der Tribüne wieder. Die Krise aber will sich keiner eingestehen. »Die Mannschaft lebt. Sie holt immer alles aus sich raus«, versicherte etwa Verteidiger Tom Bertram.

Wenn nicht der Wille das Problem ist, steht die Drittligatauglichkeit des Teams infrage. Den Verantwortlichen bleiben wenige Tage, um noch einmal nachzurüsten. Doch einzelne Spieler werden die Wende nicht einleiten können, ist sich Rombach sicher: »Die ganze Mannschaft ist jetzt in der Pflicht. Es gibt keine Ausreden mehr.«

Der Chemnitzer FC hingegen hat sich vom DFB-Pokal-Aus gut erholt und mit einer Energieleistung eine weitere Heimniederlage abgewendet. Fünf Tage nach dem 0:3 gegen den Zweitligisten SG Dynamo Dresden drehte Chemnitz einen Rückstand in einen 3:2 (0:2)-Erfolg gegen den SV Wehen Wiesbaden. Selim Aydemir sorgte mit seinem Treffer in der 86. Minute für den Chemnitzer Sieg, nachdem er zuvor bereits den 1:2-Anschluss (46.) markiert hatte. Vor 4300 Zuschauern hatten Alf Mintzel (31.) und Milan Ivana (38.) Wiesbaden in Führung gebracht. Anton Fink traf für Chemnitz zum zwischenzeitlichen 2:2 (51.).

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