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Schuften wie Engel

Brechts Notizbücher

Vorn steht: »Lieder zur Klampfe von Bert Brecht und seinen Freunden. 1918«. Auf den nächsten Seiten Noten und Liedtexte. Dann, mit Bleistift gekritzelt, eine Ausgabenliste für Januar 1918. Später wieder Verse: »Wir schuften wie Engel und tanzen wie Sünder«, Szenenentwürfe für das »Hans im Glück«-Projekt, eine Titelliste für ein Theaterstück, das einmal »Trommeln in der Nacht« heißen wird, ein Aufsatzentwurf »Aufruf zum Streik«.

Brecht, frech und genial, hat seit 1918, da ist er zwanzig, immer ein Notizbuch in der Tasche. Nachts liegt es gleich neben dem Bett. Hier wird alles notiert, was nicht verloren gehen soll, Gedanken, Einfälle, Liedzeilen, Dialoge, manchmal auch bloß eine Adresse. Das Notizbuch ist die Keimzelle des Werks, das wertvollste Material, das er besitzt, sorgfältig gehütet und mit deutlichen Spuren häufigen Gebrauchs. 54 dieser Kladden liegen im Archiv und werden nun in einer spektakulären Edition von Martin Kölbel und Peter Villwock zugänglich gemacht. Vor knapp zwei Jahren ist die Ausgabe mit den Heften der Jahre 1927 bis 1930 eröffnet worden, jetzt folgen die Notizbücher 1 bis 3, wieder fantastisch kommentiert und im Anhang mit einer Auswahl aus den Tagebüchern des Brecht-Freundes Caspar Neher bereichert. »Bert sprach über den Ernst in der Kunst«, heißt es dort am 21. März 1918, »neben bei ich verdanke Bert alles - alles …«

Bertolt Brecht: Notizbücher 1 bis 3. 1918 - 1920. Suhrkamp Verlag. 481 S., brosch., 32,95 €.

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