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Maria bleibt bedeckt

Das Buch zu Vatileaks

Wer ist »Maria«? Diese Frage bleibt auch nach der gestrigen Pressekonferenz von Gianluigi Nuzzi in Berlin unbeantwortet. Allerdings hatte wohl auch niemand erwartet, dass der Autor des Buches »Sua Santità« (Seine Heiligkeit) Näheres über seine Informanten preisgeben würde, die den jüngsten Enthüllungsskandal im katholischen Kirchenstaat ausgelöst hatten. Die Affäre war von Papstsprecher Federico Lombardi mediengerecht auf den Namen »Vatileaks« getauft worden. Nuzzi, der in Italien und international bereits mit seinem Buch »Vatikan AG« über die unheiligen Geldgeschäfte des Heiligen Stuhls Furore gemacht hatte, präsentierte in Berlin die deutsche Ausgabe seines jüngsten Werkes, das am kommenden Montag mit dem Untertitel »Die geheimen Dokumente aus dem Schreibtisch von Papst Benedikt XVI.« im Münchner Piper Verlag erscheint (»nd« wird es ausführlich rezensieren).

Klar ist, dass der inzwischen angeklagte frühere Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, eine von Nuzzis Quellen war. Das bestätigte der Autor am Montag in Berlin. Gabriele selbst hatte Nuzzi als Empfänger von Fotokopien von Dokumenten benannt. In einem Interview mit der »Frankfurter Rundschau« versicherte Nuzzi zudem: »Kein Kardinal hat einen Beitrag zu meinem Buch geleistet.« Es seien Menschen, so Nuzzi in Berlin, »die im Vatikan leben und arbeiten«. Ob Gabriele identisch ist mit dem geheimnisvollen Informanten »Maria«, bleibt indes weiter offen.

Seine Gewährsleute, betonte Nuzzi, seien vor allem getrieben worden von der Spannung zwischen ihrem Glauben und dem scheinheiligen Gehabe in den »heiligen Hallen« des Vatikans. Geldzahlungen hätten nie zur Debatte gestanden. Außer für Kaffee oder eine Pizza sei kein einziger Euro an seine Quellen geflossen.

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