Werbung

Zuviel für Goldmarie

Schüttelmaschinen bei Apfelernte im Nordosten

  • Von Grit Büttner, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Geschüttelt, nicht gepflückt: In einem der größten Obstanbaugebiete Deutschlands, der »Griesen Gegend« Südwestmecklenburgs, holen Erntemaschinen die Äpfel von den Bäumen. 25 000 Tonnen Obst wandern von der Plantage direkt in die Mostpressen.

Dodow/Schwechow. Die Äste biegen sich unter ihrer Last. Rote, gelbe, grüne Früchte wohin das Auge reicht. In Reih und Glied ziehen sich die Obstbäume bis zum Horizont. »Das wird ein super Apfeljahr«, hofft Anbauleiter Michael Paul. 2011 hatte Frost im Mai vier Fünftel der Ernte vernichtet und den Obstbauern der »Griesen Gegend« Südwestmecklenburgs ihre bis dato schlechteste Saison beschert.

In diesem Jahr dagegen passt einfach alles, meint Paul. Reichlich Sommerregen habe die Früchte wachsen lassen, und die Sonne der letzten Wochen sorgte für die Süße. Anfang September hat der Saftproduzent Fruchtquell Dodow in der Region, einem der größten deutschen Obstanbaugebiete, die Apfelernte begonnen.

Ohne Zwischenlagerung

Nicht gepflückt, sondern geschüttelt werden die Früchte von den Stämmen. Per Hand sei die Ernte einfach nicht zu schaffen, erklärt Fruchtquell-Geschäftsführer Frank Jehring. Außerdem gebe es nie genug Erntehelfer. Deshalb werde das Mostobst nun maschinell abgerüttelt, eingesammelt und aufgeladen. Drei speziell konstruierte Anlagen, deren Anschaffung rund eine Million Euro kostete, seien bis Ende November zwischen Dodow, Schwechow und Hagenow im Dauereinsatz. Mindestens 25 000 Tonnen Äpfel sollen eingeholt werden. Das Obst wandert ohne jede Zwischenlagerung direkt von der Plantage in die gigantischen Mostpressen des ostdeutschen Saftriesen.

Laut Agrarminister Till Backhaus (SPD) erwartet Mecklenburg-Vorpommern 2012 auch insgesamt eine gute Apfelernte. Angebaut werde des Deutschen liebste Frucht im Nordosten auf gut 1500 Hektar, was rund 60 Prozent der Obstflächen des Landes entspreche. Fast ein Drittel der Apfelplantagen würden ökologisch bewirtschaftet. Das Gros der Ernte werde zu Most, Mus und Kindernahrung verarbeitet, nur zehn Prozent kämen als Tafeläpfel auf den Mark. 2011 waren im Land nur 15 400 Tonnen Äpfel geerntet worden, nicht mal die Hälfte der Vorjahresmenge (2010: 37 550).

Apfelanbauer Nummer Eins im Nordosten ist Fruchtquell Dodow, wie das Ministerium bestätigt. 1990 vom Familienunternehmen Hartinger (riha) aus Rinteln (Niedersachsen) übernommen, füllt Dodow inzwischen täglich rund zwei Millionen Packungen Saft, Fruchtsaftgetränke, Schorlen und Mineralwasser ab, im Jahr bis zu 400 Millionen Liter. Doch die Verarbeitungskapazität reicht längst nicht mehr aus, wie Jehring sagt. Derzeit könnten täglich maximal 500 Tonnen Äpfel ausgepresst werden.

Vermischt mit süßem Saft

Zur eigenen Ernte von den rund 600 000 Apfelbäumen oder 700 Hektar Plantagenfläche kommen laut Jehring noch rund 20 000 Tonnen Äpfel von Kleingärtnern und anderen Obstbauern der Region hinzu sowie Zukäufe besonders süßer Früchte aus Süddeutschland. Norddeutsche Äpfel allein seien einfach zu sauer für den Geschmack der Bundesbürger und müssten für die Saftproduktion mit milderen Sorten gemischt werden, erklärt Jehring. Etwa 70 Millionen Liter Direktsaft, knapp die Hälfte aus eigener Ernte, sollen dieses Jahr in Dodow erzeugt werden.

Ab 2013 will Fruchtquell daher expandieren. Bis zu 15 Millionen Euro sollen in ein zweites Saftwerk fließen, die Kapazität der Pressen soll sich auf 1000 Tonnen Obst pro Tag verdoppeln. Ziel sei es auch, so Jehring, die Maschinen weiter zu verbessern, um die Saftausbeute von aktuell rund 80 Prozent der Fruchtmengen deutlich zu steigern.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen