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Medien: Deutsche Bank plant Stellenabbau

Institut bestreitet Gerüchte, lässt aber offen, wo gespart werden soll

Sparkurs und »Kulturwandel« - mit diesem Zweiklang tritt die Doppelspitze der Deutschen Bank an. Das Duo stimmt die Mitarbeiter auf härtere Zeiten ein. Der Betriebsrat will Klarheit über Personalspekulationen.

Neue Spekulationen um massiven Stellenabbau bei der Deutschen Bank erreichten am Freitag die Öffentlichkeit: Laut der »Süddeutschen Zeitung« könnte das Sparprogramm in Deutschland langfristig tausende Arbeitsplätze unter anderem in den Bereichen Finanzen, Risiko, Controlling, Personalabteilung, Treasury, Volkswirtschaftliche Analyse und der Rechtsabteilung kosten. Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Teilinteressenausgleich seien bereits aufgenommen worden.

Bislang hatte die Bank vor allem Einschnitte im Ausland angekündigt. Das Institut hält sich mit konkreten Zahlen bedeckt. Arbeitnehmervertreter stellen sich aber bereits auf Einschnitte ein.

Ein Deutsche-Bank-Sprecher wies den Eindruck zurück, dass allein 4000 bis 6000 Stellen durch die Zusammenlegung der IT-Systeme nachgelagerter Dienstleistungen wie der Abwicklung von Bankgeschäften wegfallen könnten. Diese »Spekulation« sei falsch, die Zahl aus der Luft gegriffen. Er bestätigte aber, dass man Dienstleistungen der Postbank, der Norisbank und der Deutschen Bank in einer Einheit bündeln wolle. Ein Personalabbau über das hinaus, was mit Arbeitnehmervertretern bereits vereinbart wurde, sei aber derzeit nicht geplant.

Allein durch die Integration der Postbank will das Institut 770 Millionen Euro einsparen. Die Zeitung schrieb von 543 Stellen, die im ersten Schritt wegfallen sollen, 20 Prozent davon in Frankfurt am Main, 80 Prozent in der Postbank-Zentrale in Bonn. Laut der Bank ist das aber nichts Neues. Im Zuge der Integration der Postbank spreche man seit eineinhalb Jahren mit den Arbeitnehmervertretern, so der Sprecher. Es seien bereits Teilinteressenausgleiche abgeschlossen worden. Bis 2014 sind zudem betriebsbedingte Kündigungen bei der Postbank ausgeschlossen.

Die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen hatten vergangene Woche angekündigt, die jährlichen Kosten bis 2015 um 4,5 Milliarden Euro drücken zu wollen. Vor allem bei den Sachkosten wollen sie ansetzen und teure Doppelstrukturen abbauen. Aber auch einen Personalabbau deuteten sie an. Es werde nicht ohne Schmerzen gehen, sagte Fitschen. Zunächst müssten aber verlässliche Zahlen der eGeschäftsbereiche vorliegen.

»Bei den Summen geht es nicht ohne Stellenabbau«, sagte Betriebsratschef Herling, der auch im Aufsichtsrat sitzt. Da sei man nicht blauäugig. Die Arbeitnehmer pochen auf Mitsprache. »Der Vorstand hat uns versichert, dass er, sobald er Klarheit hat, frühzeitig auf uns zugehen wird. Da nehmen wir ihn beim Wort«, so Herling.

Der Konzern beschäftigte Ende Juni rund 100 000 Vollzeitkräfte weltweit. Im Juli hatte man bereits angekündigt, dass 1900 Arbeitsplätze noch 2012 vor allem im Ausland wegfallen sollen, 1500 davon im Investmentbanking.

Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte die Banken bereits am Donnerstag insgesamt auf magere Zeiten eingestimmt: »Die Profitabilität in der Branche wird zurückgehen.« Dass die Commerzbank wie andere Institute darum zum Rotstift greifen muss, ist unstrittig. »Der Stellenabbau in der Branche wird weitergehen«, sagt ein Branchenkenner. dpa

Lexikon

Mit Treasury ist der Bereich eines Unternehmens gemeint, der mit dem Einteilen und Anlegen vorhandener oder zufließender Gelder befasst ist. Zugleich soll er finanzielle Risiken absichern, z. B. solche, die bei Zins- oder Wechselkursänderungen entstehen. Heute sichern Treasury-Abteilungen zunehmend auch Rohstoffrisiken oder Wetterderivate ab oder spekulieren selbst mit solchen Anlagen. nd

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