Vogelfrei?

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 1.0 Min.
Sie sind nicht zu beneiden, die Vertreter des deutschen Volkes, die heute in Auschwitz sind - zum Gedenken an die einst dort von Deutschen ermordeten Sinti und Roma. Überlebende des NS-Genozids werden fragen, warum man noch immer deutschen Hass fürchten muss. Nirgendwo hat Antiziganismus solch mörderische Ausuferung erfahren wie in Deutschland. Nicht erst unterm Hakenkreuz. 1725 verordnete Preußenkönig Friedrich Wilhelm I., dass »alle Zigeuner, die älter als acht Jahre sind, ohne Gerichtsverfahren am Galgen erhängt werden sollen«. Auch sein »aufgeklärter« Sohn Friedrich II. duldete deren Ansiedlung nicht. Preußische Toleranz, heute noch zu erfahren. Vom täglichen Rassismus bleiben Sinti und Roma so wenig verschont wie Juden und »Ausländer«. Geduldet waren sie in »teutschen Landen« nie. Vogelfrei. Auch in der ersten deutschen Demokratie, die für »kriminelle und arbeitsscheue Landfahrer« die ersten KZ errichtete. Kaum Gesten des Mitleids, seltener noch Proteste. Vogelfrei. Kriminalisiert und ausgegrenzt auch nach 1945. Kein Entrümpeln in den Köpfen. »Zigani«-Schnulzen in den Hitparaden, aber bitte kein »Gypsi«-Lager in der Nachbarschaft. Lange mussten Sinti und Roma auf Anerkennung als NS-Opfer warten und noch viel länger, bis sie ein Erinnerungsmal für ihre Toten im Herzen der deutschen Hauptstadt anmahnen durften. In ihrer Heimat bedrohte Roma-Flüchtlinge schiebt man ab, während man gegen andere ethnische Säuberungen andernorts gewaltsam interveniert. Und kein Aufschrei nach d...

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