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Fragil

US-Verbrauchervertrauen schwächer

»Springt die Konjunktur im ersten oder erst im zweiten Halbjahr wieder an?« Diese Quizfrage stellten sich Anfang 2002 die meisten Experten bei ihren Ausblicken aufs neue Jahr. 2003 geistern die gleichen Prognosen herum. Dazwischen liegt ein aus konjunktureller Perspektive verlorenes Jahr, und die weiteren Aussichten sind alles andere als rosig. Das sehen die Konsumenten in den USA ähnlich, deren Vertrauen weiter in den Keller gerutscht ist. Dabei gilt der (noch?) recht robuste Konsum in der Wirtschaftssupermacht Nr.1 - zusammen mit dem stabilen Immobilienmarkt - als letzte Bastion vor dem Absturz in Rezession und Deflation. Die Verbraucher in den USA sorgt inzwischen vor allem der Einbruch am Arbeitsmarkt und nicht mehr in erster Linie ein möglicher Irak-Krieg. Wenn so mancher Analyst und Volkswirt klammheimlich einen (möglichst kurzen) Waffengang herbeisehnt, um damit die »schlechten Neuigkeiten« wegzukriegen, hat er aus den letzten Monaten nichts gelernt. Es geht nicht um vorübergehende Ölpreisschwankungen, die Probleme sitzen viel tiefer, was auch der kontinuierliche Absturz des US-Dollars - ansonsten Bastion in Krisenzeiten - an den Devisenmärkten zeigt. Der Neoliberalismus hat Angebot und Nachfrage, Kapital und Arbeit aus der fragilen Balance gebracht. Ein Kurswechsel ist aber erheblich komplizierter als plumper Patriotismus und Kriegsgetrommel.

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