Welches Altenheim ist das richtige?

  • Von Günter Queißer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Um die Qualität eines Heimes richtig beurteilen zu können, sollte man sich Zeit lassen und Hilfe in Anspruch nehmen. Zunächst sollte man sich einen Überblick über Adressen beschaffen. Auf verlockende Versprechen, mit denen Heime werben, sollte man sich nicht verlassen. Man sollte sich aber auch nicht von Schreckensmeldungen über unerträgliche Zustände verunsichern lassen. Es gibt auch gute Heime.
Ist eine Vorauswahl getroffen, kann ein Termin vereinbart werden, um das Heim zu besichtigen und sich über das Pflegekonzept, die Art der Betreuung und Therapiemöglichkeiten zu informieren. Die Alzheimer Angehörigen-Initiative in Berlin, die dabei ihre Unterstützung anbietet, hat dafür eine Checkliste zusammengestellt. Man sollte sich die Räumlichkeiten, das zukünftige Zimmer, den Speisesaal, die Gemeinschaftsräume und Therapieeinrichtungen zeigen lassen und dabei in den Räumen verweilen, die Atmosphäre beobachten. Wie sind die Bewohner gekleidet? Lässt man sie den ganzen Tag im Trainingsanzug oder im Bademantel herumlaufen? Wird verschmutzte Kleidung angemessen gewechselt? Werden die Bewohner aktiviert oder herrscht im Heim eine unnatürliche Stille? Werden die Heiminsassen korrekt mit ihrem Namen angesprochen oder die Würde verletzend wie Kleinkinder behandelt? Wird vor dem Betreten des Zimmers angeklopft, im Beisein des Bewohners geringschätzig über ihn gesprochen, die Intimsphäre auch schwerstdementer Pflegebedürftiger gewahrt?
Von besonderem Gewicht ist die Frage nach der personellen Besetzung und der ärztlichen Betreuung. So manches Heim spart Geld, indem es fachlich qualifizierte Pfleger durch billigere Hilfskräfte ersetzt. Darunter leidet in erheblichem Maße die Pflegequalität. 70 Prozent des Pflegepersonals sollten dem Gesetz nach Pflegefachkräfte sein. Auch die Größe der Station spielt eine Rolle. In kleinen Gruppen kann individueller auf den Einzelnen eingegangen werden. Sprechen Sie nicht nur mit der Heim- und Pflegedienstleitung, sondern auch mit Schwestern und Pflegern, mit dem Heimbeirat und Angehörigen von Bewohnern. Nutzen Sie die Möglichkeit des Probewohnens, das manche Einrichtungen anbieten, damit Sie feststellen können, ob das neue Umfeld auch zusagt.
Man sollte sich auch danach erkundigen, ob der bisherige Hausarzt die Behandlung im Heim fortsetzen kann. Immer wieder hört man auch von einer voreiligen und unnötigen Verlegung eines Heimbewohners in ein psychiatrisches Krankenhaus. Das kann vermieden werden, wenn das Heim mit einer psychiatrischen Ambulanz oder einem Nervenarzt kooperiert. Ins Konzept der Pflege gehören auch biografische Angaben über den Heimbewohner, damit sich Pflegende in die Vorstellungswelt eines Demenzkranken versetzen können. Im besten Fall wird ein Heimvertreter den künftigen Bewohner noch vor der Heimübersiedlung in seiner häuslichen Umgebung aufsuchen. Die Kenntnis biografischer Daten ist von Bedeutung, wenn verbliebene Fähigkeiten durch entsprechende Beschäftigungsangebote aktiviert werden können. Was bietet das Heim an Aktivitäten, an Spaziergängen, Cafebesuchen, Spielen, Musik, Gesang usw.? Gibt es einen Fernsehraum, eine Hobbywerkstatt, einladende Foyers oder wird der Bewohner - ob er will oder nicht - den ganzen Tag in seinem Zimmer »beschallt«? Welchen Freiraum hat der Heimbewohner beim Essen? Kann er den »kleinen Hunger« nach Lust und Laune auch außerhalb der festen Essenszeiten befriedigen? Kann er sein Zimmer mit eigenen Möbeln und Bildern gestalten und besteht die Möglichkeit, ein Tier mitzubringen, das auch weiter versorgt wird, wenn der Bewohner dazu nicht mehr in der Lage ist?
Von Bedeutung ist auch, ob das Heim die Bereitschaft zeigt, mit den Angehörigen zu kooperieren. Manche Heime organisieren regelmäßige Treffen mit ihnen oder haben einen Angehörigenbeirat. Bevor nun nach den gesammelten Informationen die Entscheidung für ein Heim gefällt wird, gilt es sehr genau zu prüfen, wie der Heimplatz zu finanzieren ist, ob Leistungen der Pflegekasse beansprucht werden können, ob Rente oder Ersparnisse für den selbst zu tragenden Anteil der Kosten ausreichen oder Sozialhilfe beantragt werden muss. Die Pflegekasse übernimmt nur einen Teil der Kosten.

Altenheim-Adressbuch, Vincentz-Verlag Hannover, Alzheimer Angehörigen-Initiative Berlin: (030)47378995;
www.Altenhilfe.de, www.alzheimerforum.de;
Ihre Rechte als Heimbewohner, kostenlose Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Tel.(0180)5319329,
Auskünfte erteilen auch Wohlfahrtsverbände, der Arbeite...

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