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  • Wissen
  • Magnetische Kohlenstoff-Verbindung entdeckt

Klein und anziehend

(df/ND). Magnete sind aus der heutigen Technik kaum noch wegzudenken, seien es die Elektromagneten in Radio- und Fernsehgeräten oder die winzigen, zum Speichern von Daten benutzten magnetischen Strukturen in Videobändern und Computern. Sie alle bestehen aus anorganischen Materialien wie Eisen oder Nickel. Für eine weitere Miniaturisierung wäre es allerdings wünschenswert, die relativ großen anorganischen Bauteile durch wesentlich kleinere organische Moleküle zu ersetzen.

Bei der Suche nach organischen Magneten kann jetzt die Universität Stuttgart einen beachtlichen Erfolg verbuchen: Am Institut für Technische Chemie gelang es den Wissenschaftlern um Professor Lothar Dulog, eine organische Substanz herzustellen, die bestimmte magnetische Eigenschaften bereits bei Raumtemperatur zeigt. Bisher waren derartig „stabile Radikale“ nur bei Temperaturen um den absoluten Nullpunkt (minus 273 Grad Celsius) aufgetreten. Das jetzt gefundene Molekül ist scheibchenf örmig aufgebaut und besitzt drei un-

gepaarte Elektronen, die den Magnetismus ermöglichen. Wie die experimentellen Befunde andeuten, sind die Moleküle in Stapeln zu je 20 zusammengelagert. Die magnetischen Eigenschaften sind allerdings nicht beständig und bedürfen deshalb einer äußeren Anregung.

Jetzt soll nach organischen Magneten geforscht werden, die sich als Permanentmagnete, das heißt als beständige Ferromagnete erweisen; dies wäre für eine technische Anwendung interessant. Das jetzt gefundene organische Magnetmolekül ist darüber hinaus bereits für den Einsatz in der Medizintechnik vorgesehen, und zwar für die Kernspintomographie. Diese ist ein bilderzeugendes Verfahren, das mit den magnetischen Eigenschaften der Wasserstoff- Atome des Körpers arbeitet. Die organischen Magnete sollen diese Eigenschaften verstärken. Die Stoffe selbst, die wie ein Kontrastmittel eingenommen werden könnten, sind laut Dulog ungefährlich, weil sie im Körper unlöslich sind und daher unverändert wieder ausgeschieden werden.

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