Der Diener

Er arbeitete für dreizehn Geheimdienste gleichzeitig. Dreizehn hielt er für eine Glückszahl.

Mitunter verwechselte er die auftragerteilenden Länder. Jene Berichte befremdeten natürlich die Geldgeber.

Bald mißtrauten ihm alle dreizehn.

Das hieß nicht, daß man auf seine Mitarbeit keinen Wert mehr legte oder die Zuwendungen kürzte. Im Gegenteil.

Man spielte ihm Meldungen zu, die die andere Seite erfahren sollte. Um Reaktionen zu testen. Um Fehlinformationen an die richtige Stelle zu lancieren.

Er gab alles prompt einem der Arbeitgeber weiter. Oder allen. Die Arbeitsbedingungen verbesserten sich. Was übermittelt werden sollte, stellten die konkurrierenden Dienste fehlerfrei protokolliert zur Verfügung. Fotokopierte Geheimakten karrten Spender vor seine Haustür - er brauchte bloß zuzugreifen.

Bald fand er das völlig normal.

Auch, daß es in der Wohnung fi...


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