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  • Wirtschaft und Umwelt
  • Leichtathletik in Brüssel: Nur Heike Drechsler und Kevin Young imponieren mit ihrer Beständigkeit

Grand-Prix-Zirkus zermürbt seine Athleten

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Angeschlagen wanken die meisten Stars von Olympia dem Finale des Leichtathletik-Grand-Prix entgegen. Eine Woche vor dem Turiner „Zahltag“ konnte beim Grand-Prix in Brüssel von den Olympiasiegern nur Heike Drechsler (Jena) mit ihrer Siegbeständigkeit imponieren. Bei seiner dritten Niederlage nach Barcelona wurde Dieter Baumann (Leverkusen) über 1 500 m in 3:40,13 min als Elfter zum Hinterherläufer. Auf seiner Gold-Distanz rannte dagegen Kenias neuer Star Moses Kiptanui in 13:00,93 min Jahres-Weltbestzeit, versprüht als einer der wenigen unter Hunderten noch Frische.

„Die Koblenzer 3:33 Minuten steckten mir noch zu sehr in den Knochen“, gestand Baumann im Ziel. 150 m zuvor hatte er gewußt, daß auch ein dritter Platz nicht mehr in Reichweite ist, ließ sich in seinem vierten Rennen nach Olympia von der Konkurrenz förmlich „durchreichen“. Vielen anderen geht es ähnlich. Nur ein gutes Dutzend Weltklasse-Athleten hält derzeit noch den höchsten Level.

„Viele von uns sind müde, aber wir nehmen die Sportfeste und das Geld halt noch mit“, formuliert Silke Renk (Halle), deren Speer knapp vier Wochen nach dem Gold von Barcelona bei dem 2,25 Millionen Mark teuren Meeting nicht einmal zu „Bronze“ flog: 62,28 m be-

deuteten Platz vier, Siegerin wurde die Olympiazweite Natalja Schikolenko (GUS) mit wenig berauschenden 64,60 m.

Muster an Beständigkeit gibt es neben Heike Drechsler wenige. Die 27jährige aus Jena erlitt vor und nach Barcelona jeweils eine Niederlage, sprang im Heysel-Stadion vor 36 000 Zuschauem im vierten Versuch auf 7,16 m. 7,00 m erreichte ansonsten nur noch Amerikas Weltmeisterin Jackie Joyner-Kersee. „Jetzt hoffe ich noch auf ein erfolgreiches Grand-Prix-Finale “,

meint Heike Drechsler, die im Gegensatz zu den drei anderen deutschen Olympiasiegern Ende September auch beim Weltcup in Havanna dabei sein will.

Kiptanui, der in Köln über 3 000 m und drei Tage später in Zürich über 3 000 m Hindernis Weltrekorde gelaufen war, durfte sich mit seinem vierten kenianischem Landesrekord und dem bisher größten 5 000-m-Debüt eines Läufers überhaupt trösten. Zugleich sorgte er mit der fünftbesten je erzielten Zeit für eine Jahres-Weltbestmarke.

fralis (USA) 20,61 m, 3. Klimenko (GUS) 19,97 m. Hammer: 1. Nikulin 80,24 m, 2. Astapkowitsch (beide GUS) 79,52 m, 3. Deal (USA) 79,34 m.

Frauen: 100 m: 1. Ottey (Jam) 10,89, 2. Priwalowa (GUS) 10,95,3. Devers 11,15. 200 m: 1. Ottey (Jam) 22,00, 2. Priwalowa (GUS) 22,07,3. Perec (Fra) 22,33. 400 m: 1. Torrence (USA) 50,06, 2. Richards (Jam) 51,04, 3. Richardsen (Kan) 51,05. 800 m: 1. Mutola (Moz) 2:00,46, 2. van Langen (Nie) 2:00,52. 3 000 m: 1. O'Sullivan (Irl) 8:41,86, 2. Meagher (Kan) 8:43,71, 3. Murray (GB) 8:44,18. 100 m Hürden: 1. Devers (USA) 12,64, 2. Freeman (Jam) 12,75, 3. Tolbert (USA) 12,84. 400 m Hürden: 1. Ponomarjowa (GUS) 54,01, 2. Farmer-Patrick 54,73, 3. Vickers (beide USA) 54,65. Hoch: 1. Kostadinowa (Bul) 1,98, 2. Babakowa (GUS) 1,98, 3. Astafei (Rum) 1,92. Weit: 1. Drechsler (Jena) 7,16, 2. Joyner-Kersee (USA) 7,00, 3. Krawets (GUS) 6,83. Speer: 1. Schikolenko (GUS) 64,60, 2. Hattestad (Nor) 64,52, 3. Kostjutschenkowa (GUS) 62,62, 4. Renk (Halle) 62,28.

„Bei der WM 1993 in Stuttgart werde ich entweder 1 500 m oder 3 000 m Hindernis laufen“, sagt Kiptanui, der seiner Brüsseler Chance nicht lange nachtrauerte. „Aouita ist auch nicht im ersten 5 000-m-Rennen Weltrekord gelaufen. Nächstes Jahr wird eine neue Möglichkeit kommen. Vielleicht versuche ich es auch über 10 000 m.“

Zu jenen Olympiasiegern, die noch immer Überlegenheit demonstrieren, gehört neben Heike Drechsler auch Kevin Young. Der 25 Jahre alte Amerikaner wandelt über 400 m Hürden immer mehr in den Fußstapfen von Edwin Moses. Obwohl er sich an der letzten Hürde eine blutende Kniewunde zuzog, landete der 25jährige Weltrekordler (46,78) in 47,70 s überlegen seihen 28. Sieg in Serie.

Wieder „aufgetankt“ hat die 32jährige Merlene Ottey, die Europarekordlerin Irina Priwalowa (GUS/10,95) erst über 100 m in 10,89 s schlug und dann auch über 200 m in 22,00 knapp besiegte. Auch Mike Powell hat sein Tief offenbar überwunden. Als Weitsprung-Sieger bot der Weltrekordler immerhin 8,57 m.'Dagegen will es bei Sergej Bubka mit dem Weltrekord gegen den olympischen Frust nicht klappen: 6,12 m waren erneut zu hoch für den Stabhochsprung-Star. EIKE SCHULZ, sid

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