• Politik
  • ND-Spendenaktion mit SODI, INKOTA und Weltfriedensdienst

Heimstatt für 16 Aids-Waisen

Das Lehmbauprojekt in Namibia erhielt eine wichtige soziale Komponente

  • Von Klaus-Dieter Peters und Ilona Schleicher
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Aus dem Slum Orwetoveni am Rande der namibischen Stadt Otjiwarongo soll eine menschenwürdige Siedlung werden. Mit Hilfe von SODI werden 160 Häuser in der umweltfreundlichen Lehmbautechnologie errichtet. Ebenso wie die beiden anderen Projekte der ND-Spendenaktion »Drei Kontinente« hat auch das SODI-Vorhaben weitere soziale Aspekte.

Die Bewohner des Townships am Rande von Otjiwarongo stehen vor einer Herausforderung, die weit über die Meisterung des Hausbau-Projekts hinausgeht: Aids. Diese Seuche ist die Hauptursache für den frühen Tod vieler jungen Menschen in Namibia und auch diese sich wandelnde Elendssiedlung ist nicht davon verschont. Erste HIV-Infizierte wurden in dem südwestafrikanischen Land bereits 1986 registriert. Seither hat sich die Situation dramatisch verschlechtert. Im Jahre 2001 sollen bereits 22,5 Prozent der Bevölkerung infiziert worden sein. Aber längst nicht alle Fälle sind bekannt, weil viele HIV-Träger nicht unter den Symptomen der Krankheit leiden und die Angst der Menschen, sich einem HIV-Test zu unterziehen und womöglich mit einer bitteren Wahrheit konfrontiert zu werden, sehr groß ist. Auch Kinder sind betroffen. Bereits 1998 waren 1400 der neu hinzugekommenen HIV-Träger noch keine fünf Jahre alt.
Wie wichtig gerade die Beachtung dieses Aspekts für die Zukunft der sechsfachen Mutter Anna Kamati - ihre Geschichte war im ND vom 20. November zu lesen - und der anderen neuen Hausbesitzer in Orwetoveni ist, hat SODI-Vorstandsmitglied Juliane Meinhold nach ihrer letzten Reise nach Namibia erfahren. Ihre Schlussfolgerung: »Wir müssen begreifen, dass der Kampf gegen Aids Bestandteil unseres Projekts sein muss.« Der Projektleitung um Peter Arndt, Beate Grunzke und ihren namibischen Kollegen ist ganz wichtig geworden, während des Arbeitsprozesses etwas für die Aids-Aufklärung der Projektteilnehmer zu tun. So hat SODI's namibische Partnerorganisation Clay House Project 3000 Kondome gekauft und sie an die Arbeiter im Projekt verteilt.
SODI unterstützt auch eine sehr wichtige Initiative von Gisela Samtleben und ihrem inzwischen verstorbenen Mann, die sich als Rentner in Namibia niederließen. Bereits 1998 begannen sie, Aids-Waisen zu betreuen. Sie hatten vor, einen Ort für die Waisen zu schaffen, an dem sie tagsüber gut aufgehoben sind, mit Nahrung und Kleidung versorgt werden und eine liebevolle Betreuung erhalten.
»Dank SODI«, so schieb Frau Samtleben kürzlich aus Otjiwarongo, »konnten wir unseren Traum, einen Kindergarten für Aids-Waisen einzurichten, verwirklichen. Da es sich bei unserem Projekt - wir haben es "Hope for Children" genannt - um eine soziale Einrichtung handelt, erhielten wir die Möglichkeit, ein von SODI subventioniertes Haus für diesen Zweck zu erwerben. Von Beginn an haben uns außerdem viele liebe Freunde und Bekannte aus Deutschland mit kleinen Spenden unterstützt.« Im November 2002 konnten 16 Aids-Waisen den Kindergarten mit dem schönen Namen »Hoffnung für Kinder« in der Slumsiedlung am Rande Otjiwarongos beziehen, umsorgt von dem Rentnerehepaar Samtleben.
Auch nach dem plötzlichen Ableben ihres Mannes gibt Frau Samtleben nicht auf. Sie wusste, dass die Kinder sie brauchen und sie eine wichtige Aufgabe und Verpflichtung übernommen hatte. Sie schreibt: »Zur Unterstützung habe ich mittlerweile zwei einheimische junge Frauen eingestellt, denen ich eine Ausbildung zur Kindergärtnerin ermöglicht habe. Die Arbeit mit den Kindern gibt mir Kraft und Zuversicht. Schauen sie mich mit ihren leuchtenden Augen an und rufen Oma, geht mir das Herz auf, es hilft mir, über den schmerzlichen Verlust hinwegzukommen. Allen, die mir auch weiterhin zur Seite stehen ein herzliches namibisches "Dankie!"«.

Neben dem SODI-Projekt in Namibia unterstützt die ND-Spendenaktion »Drei Kontinente« in Palästina die Hebroner »Bibliothek auf Rädern für Gewaltfreiheit« (Weltfriedensdienst) und in San Dionisio (Nikaragua) ein vielgestaltiges INKOTA-Projekt für ökologischen Landbau.
Alle drei Projekte laufen bereits erfolgreich, bedürfen aber weiterer finanzieller Unterstützung für ihre Vollendung bzw. Erweiterung. Spenden bitte auf das gemeinsame Konto:

SODI e.V., Konto 99 000 9220 bei der Berliner Sparkasse,
BLZ 100 500 00, Kennwort »Drei Kontinente«.

Bisher erbrachte die Aktion über 10000 Euro. Ausführliche Informationen zur Spendenaktion auf der ND-Webseite
www.nd-online.de. Anfragen dazu an ND, die drei Organisationen oder per E-Mail unter 3kontinente@inkota.de. Spendenbescheinigungen w...

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