Plakate aus Kuba

Ausstellung in der Mediengalerie Dudenstraße

  • Von Annemarie Görne
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.
Sehenswerte Plakate hängen in der Mediengalerie. Zu danken ist dies der Sammelleidenschaft des Schweizers Richard Frick aus Zürich. Aus seinem reichen Fundus hat er für die Ausstellung kubanische Plakate ausgewählt: »El cartel tricontinental de solidaridad - kubanische Solidaritätsplakate für drei Kontinente«. Als Frick 1974 das erste Stück von der Insel bekam, beschloss er zu sammeln und stieß dabei auf »Tricontinental«. Der Name steht für eine Zeitschrift und einen Verlag mit einer besonderen Entstehungsgeschichte. 1966 gründete sich auf einem Kongress in Havanna, auf dem 82 Länder vertreten waren, die Nichtregierungs-Organisation der Solidarität mit den Völkern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas OSPAAAL. Sie widmet ihre Aktivitäten den Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt. Einer der vitalsten Werte der kubanischen Revolution ist ihr Internationalismus. Dieses selbst arme, von den USA seit Jahrzehnten gebeutelte Land schickte Ärzte, Militär, Lehrer und Pflegepersonal nach Angola, Nicaragua, Äthiopien, Vietnam. Überall dorthin wurde durch die Organisation mit einer Auflage von 50000 Exemplaren die Zeitschrift »Tricontinental« verschickt. Jeder lag ein Plakat bei. Deren Gestalter haben einen eigenständigen Stil in einer klaren grafischen Sprache entwickelt. Sie wollten auch von Menschen verstanden werden, die des Lesens unkundig waren. Beeindruckt von der neuen kubanischen Plakatkunst, brachte bereits 1970 die nordamerikanische Schriftstellerin Susan Sonntag mit Dugald Stermer ein Buch darüber mit 96 farbigen Abbildungen heraus. Das Interesse des Leihgebers der Plakatausstellung Richard Frick nährt sich aus seinem Beruf als Lehrer für Typografie. Er stieß zunehmend darauf, dass junge Leute nichts mehr von den vergangenen Unabhängigkeitsbewegungen wissen, darüber, was in Kongo, in Vietnam, in Guatemala, in Chile geschah. Darum will er Kenntnisse vermitteln. Mit Unterstützung der Mediengewerkschaft comedia hat er einen mehrsprachigen prachtvollen Band mit den Plakaten und ihrer Geschichte herausgebracht. Neben den Solidaritätsplakaten sind solche zu Filmen und zum Alltagsleben ausgestellt. Diese Ausstellung ist auch für speziell an g...

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