Geschichten aus stürmischen Tagen

Vor 100 Jahren geboren: Karl Veken

  • Von Hans Bentzien
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.
Wenn man einen Schriftsteller nennen müsste, bei dem Leben und Werk völlig zusammengehen, sollte man Karl Veken nennen. Der an einem jesuitischen Seminar ausgebildete Lehrer kam in den Widersprüchen der Weimarer Republik zur Arbeiterbewegung, zuerst zur SPD, dann folgerichtig zur KPD. Sein schriftstellerisches Material entnahm er dem Leben, der gesellschaftlichen Krise, dem Widerstandskampf gegen die Nazis, den Erlebnissen im Zuchthaus, der Emigration in Prag und Frankreich. 1940 dann der Auftrag, zur illegalen Arbeit zurück nach Deutschland zu gehen, wo er bald wieder in die Hände der Gestapo fiel und ins KZ Sachsenhausen kam - bis Kriegsende. Sofort nach der Befreiung sehen wir ihn als Lehrer und Schulleiter in Berlin. Die Arbeit mit der Jugend ist sein Lebenselement. So kommt es zu den »Vier Berliner Rangen«, seinem ersten Kinderbuch. Mit seinem Lied »Wir geh'n voran über Trümmer und Scherben ...« auf den Lippen packte die Jugend den Wiederaufbau an. Doch so gern er Lehrer ist, zum Schreiben, seiner Leidenschaft, kommt er neben der Schule nicht, und so beschließt er, den unsicheren Weg eines Schriftstellers zu gehen. Er stellt die jungen Helden seiner abenteuerlichen Geschichten mitten in die Kämpfe der Zeit. Seine »Geschichten aus stürmischen Tagen«, gesammelt im Band »Der Kellerschlüssel«, sind voller Humor, Fantasie und Warmherzigkeit für die einfachen Menschen und ihre Kinder. Persönliche Erlebnisse als Widerstandskämpfer und Häftling sind auch der reale Hintergrund für die Fabeln in seinen beiden Romanen »Auf Tod und Leben« und »Jagd ohne Gnade« (1961 und 1969). Seine Literatur ist weder überholt noch verstaubt, sie gibt ein spannendes Bild schwerer Zeiten, und heute, da die Jugendliteratur von gesellschaftlichen Konflikten fern gehalten wird und sich auf Selbstbespiegelung und Familienkrach zu reduzieren droht, begreift man beim Lesen seiner Bücher erneut, welche Kräfte ein junger Mensch entwickeln kann, wenn er auf der richtigen Seite kämpft. Doch wer kann heute seine Bücher lesen? Wo stehen sie noch in den Regalen? Wo gibt es noch Jugendbibliotheken? Welcher Lehrer empfiehlt sie? - Vor hundert Jahren wur...

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