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Dramatik in der Endphase

Der seit 1896 ausgetragene Radklassiker „Rund um Berlin“ hat in seiner langen Geschichte schon viele dramatische Situationen erlebt. Die Endphase des über 235 km führenden 89. Rennens am Samstag gehört in jedem Fall dazu. Hagen Bernutz von Opel Schüler Berlin überquerte als bester Spurter einer drei Fahrer zählenden Gruppe den Zielstrich vor der Berliner Markthalle und verwies Bahn-Nationalfahrer Heiko Szonn (SC Berlin) sowie den Hamelner Dan Radtke auf die Plätze. Wenig später quälte sich ein Geschlagener über den Zielstrich, der wie ein Sieger gefeiert wurde: Der 23jährige Karsten Niemann von der RG Hamburg

Er hatte sich bereits nach 100 km in der Gegend von Potsdam mit Heiko Latocha (Hameln) und dem Berliner Straßenmeister Raphael

Schweda (Opel Schüler) aus dem 200 Fahrer zählenden Feld abgesetzt. Niemann und Latocha profitierten dabei auch von der Ortskenntnis, denn beide sind in Potsdams Umgebung aufgewachsen. Schnell hatte das Trio bis zu vier Minuten Vorsprung.

Aber Latocha und der junge Schweda wurden immer langsamer. Da setzte Niemann, der möglicherweise an diesem Tag sein letztes Radrennen gefahren ist, alles auf eine Karte. In Hennigsdorf, 50 km vor dem Tagesziel, ließ er seine BegleU ter stehen und stürmte allein Richtung Stadtmitte. „Das war die einzige Chance - entweder ich halte durch oder gehe ein“, schilderte der Wahlhamburger. 20 km vor dem Ziel hatte er noch zwei Minuten, 10 km später waren es noch 60 s Vorsprung vor dem Verfolgertrio.

Auf die 2 km lange Schlußrunde am Alex hatten ihn die Verfolger in Reichweite. „Ich wollte eigentlich nur Zweiter werden, aber dann sahen wir Karsten Niemann plötzlich vor uns, er.kam,kaum noch^v Fleck, uncf im Nu waren, j heran“, so der Sieger.Ein-S blieb dem großen Verlierer: Auch er wurde wie die drei Erstplazierten mit einem Goldbarren belohnt.

JÜRGENSTRAUSS, dpa

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