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  • Kultur
  • GERHARD WAGNER Melissa Etheridge sang in „Huxley's Neuer Welt“ in Berlin

Kleine Frau mit großer Stimme

„In Amerika habe ich es geschafft. Jetzt ist Europa dran“, erklärte vor kurzem Melissa Etheridge. Die 34jährige Amerikanerin spielte und sang am Mittwoch im völlig ausverkauften „Huxley's“ in Berlin.

Melissa - eine kleine Frau mit großer Stimme, eine hervorragende Songschreiberin, in den USA ganz oben im Rockolymp, gefeiert als der „weibliche Bruce Springsteen“ In ihrem zweieinhalbstündigen Konzert brachte sie ihren guten, rauhen, traditionellen Rock. Dabei sang sie wohl alle Lieder ihres neuen, fünften Albums „Your Little Secret“ (1995). Diese CD war für Melissa Abschluß eines erfolgreichen Jahres. Hatte sie schon 1994 bei Woodstock- II vor Hunderttausenden gespielt, so sang sie im März '95 bei ihrem MTV-Auftritt gemeinsam mit Bruce Springsteen, ihrem größten Idol. „Auch wenn ich mich neben ihm“, so Melissa, „wie ein blutiger Anfänger gefühlt habe“ Mit Präsident Clinton hat sie im Weißen Haus

Tee getrunken und ist auf die Titelseite der renommierten Musikzeitschrift „Rolling Stone“ gelangt.

Auch von ihren ersten vier CD's brachte Melissa im „Huxley's“ jede Menge Songs, darunter den Klassiker „Bring Me Some Water“ von ihrem Debütalbum (1988). Oder „Come To My Window“ - für den sie ihre zweite begehrte Grammy-Auszeichnung bekam - von ihrem vierten Album „Yes I Am“, das ihr in den USA Starruhm brachte. Melissa, zumeist von drei vorzüglichen Musikern begleitet, tanzte immer mal wieder, wechselte des öfteren die Gitarre, sagte dem Publikum Artigkeiten und schüttelte manchem die Hand. Ihre Stimme, die gelegentlich mit der von Janis Joplin verglichen ?wird, aber nicht ganz so whiskydurchtränkt klingt, kam wild und druckvoll. Immer wieder lächelte sie, fühlte sich auf der Bühne sichtlich wohl: „Ich brauche diesen direkten Draht zu den Leuten“, hat sie einmal

geäußert. Und diese Leute sangen dann des öfteren mit und tanzten bei einigen Songs so wild, daß der Boden vibrierte.

'?Geboren 1 ' wurde Melissa in der verschlafenen Kleinstadt Leavenworth (USA-Staat Kansas). Man lebte relativ bescheiden. Schon mit 14 spielte sie vor Farmern in Tanzschuppen, mit 21 verließ sie die Eltern und ging nach Los Angeles. Dort trat sie jahrelang in Clubs auf, bis „Island Records“ sie entdeckte. 1993 verkündete sie auf einem „Schwulen- und Lesben-Ball“ unter dem Jubel der Menge: „Ich bin stolz, lesbisch zu sein.“ Melissa gilt als warmherzig und offen, trinkt kaum, nimmt keine Drogen. In ihren Liedern erzählt sie Geschichten von Liebe, Lust und Wut. Melissa Etheridge zu ihrer Karriere: „Im Prinzip habe ich die Quadratur des Kreises vollbracht, indem ich als Frau, noch dazu lesbisch, meinen ganz eigenen Traum verwirklichen konnte.“

THOMAS GROSSMAN

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