Schwarzer Glanz für Schutz und Heilung

Mit schwer herabhängenden Dolden von kleinen, glänzenden, schwarzen Beeren - so zeigt sich im Herbst der schwarze Holunder, der auch unter dem volkstümlichen Namen Alhorn, Dolder, Ellhorn, Holder oder Hollerbaum bekannt ist. Seit langem schätzen die Menschen seine gesundheitsfördernde Kraft. Im Frühjahr, wenn die weißen sonnenförmigen Blüten leuchten, kann man leicht verstehen, dass der Holunder der Lieblingsbaum der germanischen Göttin »Holla« war, die in Grimms Märchen als Frau Holle erscheint. Ihr Name Holla oder Holda hat den gleichen Ursprung wie die Worte »hold« oder »Huld«. Die Göttin Holla gab Menschen Schutz und konnte Krankheiten heilen. Seit eh und je gehört Holunder zu den populärsten Volksheilmitteln. So nutzt man die schweißtreibende Wirkung der Blüten bei allen Erkältungskrankheiten. Die schwarzen Beeren, die zu Saft, Marmelade, Suppe oder Wein verarbeitet werden können, enthalten die Mineralstoffe Kalium, Eisen und Selen sowie die Vitamine A, C, B1, B2, B6, Cholin und Niacin. Sie stärken die Abwehrkräfte des Körpers und sind deshalb besonders zu Beginn der kälteren Jahreszeit sehr zu empfehlen. Für die blau-lila Farbe der Holunderbeeren sind so genannte Anthocyane verantwortlich. Unter den sekundären Pflanzenstoffen gehören sie zur Gruppe der Flavonoide. Ebenso wie Flavonoide aus Rotwein schützen sie vor oxidativen Schädigungen, die als Ursache des Alterns und verschiedener Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Krebs oder Alzheimer angesehen werden. Flavonoide schützen auch das Vitamin C vor Oxidation und vermögen, oxidiertes Vitamin C wieder zu regenerieren. Die blau-lila Farbstoffe der Holunderbeeren wirken außerdem stabilisierend auf die feinen Blutgefäße der Netzhaut des Auges und verhindern die Ablagerung des schädlichen LDL-Cholesterins in den Blutgefäßen. Allerdings sollten Holunderbeeren nicht roh verzehrt werden. Erst durch Erhitzen wird das giftige, Blausäure abspaltende Sambunigrin zerstört. Rohe Beeren können Magenkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Insbesondere grüne Stielteile und unreife Beeren sollte man vor der Zubereitung aussortieren, weil sie besonders viel Sambunigrin enthalten. Wer den herben Geschmack von Holunderbeeren etwas abmildern möchte, kann z.B. einer Holundersuppe, die mit etwas Stärke oder Puddingpulver abgebunden wird, einige Apfel- oder Birnenstücke beifügen. Mit etwas Zitronensaft, Zucker und Zimt abgeschmeckt, sind die Holunderbeeren dann ein gesunder Genuss für alt und jung. Schwarzer Holunder - lateinisch Sambucus nigra - ist in Mitteleuropa weit verbreitet und wurde früher als Schutzpflanze und Glücksbringer in Gärten oder in der Nähe von Häusern und Höfen angepflanzt. Man findet ihn aber auch in Hecken und an Waldrändern. In kühlen Wäldern wächst der Rote bzw. Trauben-Holunder (Sambucus racemosa). Seine korallenroten Früchte, die bereits im August reif sind, schmecken nach dem Kochen sehr gut. In roher Form können die Trauben-Holunder-Beeren Erbrechen auslösen. Schwarzen Holunder sollte man nicht mit dem sogenannten Zwerg-Holunder (lat. Sambucus ebulus) verwechseln, dessen Früchte bitter schmecken und giftig sind. Den giftigen Zwerg-Holunder erkennt man an den aufgerichteten Fruchtständen. Dagegen hängen ...

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