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H Politischer Mord?

Intimus von Ex-Präsident Collor erschossen Von Reiner Braun

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Paulo Cesar Farias, Intimus des geschaßten Präsidenten Collor de Mello, wurde dieser Tage erschossen an einem Strand im Bundesstaat Alagoas aufgefunden.

Politische Motive des Verbrechens sind nicht auszuschließen, galt doch der rechtskräftig verurteilte »PC« noch Anfang der 90er Jahre als eine der schillerndsten und umstrittensten Figuren der brasilianischen Polit-Elite.

Ins internationale Rampenlicht geriet der so umtriebige wie skrupellose Unternehmer, als er rigoros Wahlkampfgelder für die Präsidentschafts-Kampagne von Collor de Mello eintrieb: Von Mercedes-

Benz do Brasil bis zum staatlichen Energiekonzern Petrobräs wurde alles zur Kasse gebeten, was in und um Sao Paulo mit dem künftigen Präsidenten Geschäfte machen wollte. Und dazu zählten viele, galt es doch den sozialistischen Gegenkandidaten Lula zu verhindern.

Machte ihn der offensichtliche Erfolg schnell zum heimlichen Medienstar, der im Hintergrund die Fäden zog, so vollzog sich sein Abstieg so rasant wie spektakulär Den leitete ausgerechnet Collors jüngerer Bruder Pedro ein, in dem er freimütig über die Machenschaften im »Küchenkabinett« des PC Farias plauderte und als Beleg illegale Tonband-Mitschnitte beisteuerte. Während der Präsident der drohenden Amtsenthebung wegen der Korruptionsvorwürfe durch den Rücktritt zuvorkam, saß sein Chefminister bereits im Flugzeug nach Barcelona.

Erst neun Monate später wurde er in London - sichtlich schlanker und bei guter Laune - gesichtet. In einem langwierigen Verfahren gelang seine Rückführung nach Brasilien, wo er den folgenden Prozessen wegen Amtsmißbrauch und Korruption gelassen entgegensah. Zwar wurde er - anders als Ex-Präsident Collor rechtskräftig zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, hatte indes kaum Anlaß, sich über die luxuriösen Haftbedingungen zu beklagen. Seine (Finanz-)Geschäfte konnte er kaum beeinträchtigt fortführen, zumal ihm auch bald im offenen Vollzug die Rückkehr in sein heimatliches Ambiente eingeräumt wurde. (

Von dort aus mischte er sich auch immer wiederin die aktuelle Politik ein und bereitete sein politisches Comeback vor, das seinem einstigen Weggefährten Collor erst ab 2001 möglich ist. Daß PC Farias viel über schmutzige Geschäfte wußte, in die auch der amtierende Vize-Präsident Marco Maciel verwickelt ist, steht außer Zweifel - sein gewaltsamer Tod wird Brasiliens Elite nicht übermäßig trauern lassen.

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