Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Dieser Text ist Teil des nd-Archivs seit 1946.

Um die Inhalte, die in den Jahrgängen bis 2001 als gedrucktes Papier vorliegen, in eine digitalisierte Fassung zu übertragen, wurde eine automatische Text- und Layouterkennung eingesetzt. Je älter das Original, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass der automatische Erkennvorgang bei einzelnen Wörtern oder Absätzen auf Probleme stößt.

Es kann also vereinzelt vorkommen, dass Texte fehlerhaft sind.

Mütterchen mit Krallen

  • Von Irmtraud. Gutschke
  • Lesedauer: 2 Min.

Ein Mensch in seinem Schmerz: Figur des leidenden Christen auf der Karlsbrücke - die Fotos von Michael Schilhansl aus dem Band »Mein Prag« verraten Sinn fürs Detail und zeigen bekannte Sehenswürdigkeiten nicht selten aus ungewöhnlicher Perspektive.

Der Schriftsteller Ota Filip schrieb den Text. In der Stadt seiner Geburt ist er nur noch Gast, denn seit seiner Verhaftung und Ausbürgerung aus der CSSR 1974 lebt er in

München. Man merkt allerdings, wie genau er die Geschichte und Gegenwart Prags kennt. Das ist nicht etwa nur angelesen, da ist er souverän, da kann er sich ironische Distanz erlauben. »Mütterchen mit Krallen« - so hat Franz Kafka Prag beschrieben, diese Stadt mit ihrem eigenen Charme, Witz und lyrischen Zauber, die dabei eine blutrünstige Geschichte hatte. Detailliert erzählt Ota Filip vom Auf und Ab, wobei ihn eines besonders interessiert: die europäische Tradition. Die Stadt war ja tatsächlich früh schon das, was man heute multikulturell nennen würde. Böhmen, Mähren, Deut-

sche, vor allem auch Juden lebten hier, wobei Ota Filip auch die Spannungen zwischen ihnen benennt. Vielleicht ist seine Vision von der Rückkehr Prags nach Westeuropa etwas zu rosig. Es war gut, daß der Verlag dem Band ein Gedicht von Petr Kabes und vor allem auch den eindrucksvollen Text von Jindriska Smetanovä beifügte, die mit leichter Wehmut die heutigen Veränderungen im Prager Kolorit betrachtet. Denn die Karlsbrücke ist schon längst nicht mehr das, was sie mal war

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln