Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

In letzter Minute

Späte Gegentore: Bayern 0:1, Leverkusen 1:1

Die Schlussminute war für beide deutsche Teams in der Champions League am Mittwochabend verhängnisvoll. Bayer Leverkusen kassierte in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 1:1 im leeren Olympiastadion beim AS Rom, Bayern München in der 90. Minute das 0:1 gegen Juventus Turin. Ein kapitaler Fehler von Bayern-Torwart Oliver Kahn verhalf Turin zum Sieg. Doch das 0:1 gegen Juventus Turin tut dem deutschen Fußball-Rekordmeister nicht weh. Dank Schützenhilfe von Maccabi Tel Aviv, das Bayern-Verfolger Ajax Amsterdam mit 2:1 bezwang, ist das Minimalziel in der Champions League nahe. »Die Niederlage ist nicht weiter tragisch«, stellte Trainer Felix Magath erleichtert fest, »mit einem Sieg gegen Maccabi ist die Fahrkarte ins Achtelfinale gelöst.«
Drei Wochen vor dem Heimspiel am 23. November gegen den Europacup-Neuling aus Israel überrascht der FC Bayern mit seltener Genügsamkeit. Die schwere Verletzung von Andreas Görlitz, der wegen eines Kreuzbandrisses ein halbes Jahr ausfällt, war für Magath die schmerzhafteste Nachricht. Auch die Sturmflaute ertrugen die erstmals seit drei Jahren (0:0 gegen Sparta Prag am 18. September 2001) zu Hause torlosen Bayern.
Dass der Nationaltorwart den scharfen Schuss von Zlatan Ibrahimovic in der Schlussminute nicht festhielt und dem bis dahin völlig abgetauchten Del Pierro zum 0:1 verhalf, kann für Bayern folgenlos bleiben. Aber vielleicht nicht für Kahn: ARD-Experte Günter Netzer glaubt, dass »der klare Kahn-Fehler die Diskussion um die Nummer eins in der Nationalmannschaft neu entfachen wird.« Magath hielt dagegen. »Ein Fehler im November 2004 entscheidet nicht, wer bei der WM 2006 im Tor stehen wird.«
Kahn selbst, der beim Pokal-Aus gegen Aachen, dem Champions- League-K.o. gegen Real Madrid (jeweils Februar) und Bremens Meistertriumph beim 3:1 im Mai in München entscheidende Fehler machte, zeigte sich am Donnerstag uneinsichtig. »Ball und Platz waren nass. Es war einfach Pech, dass der Ball Del Pierro vor die Füße fiel«, sagte der 35-Jährige. Bundestorwart-Trainer Andreas Köpke stellte sich hinter Kahn: »Olli weiß, dass er den Ball festhalten kann, aber er ist gefestigt genug, das wegzustecken.«
Magaths etwas übertriebene Behauptung, in der Addition beider Spiele sei der FC Bayern sogar besser als Turin und es fehle zum Niveau eines Spitzenteams einzig die Konsequenz vor des Gegners Tor, konnte Fabio Capello nicht teilen. Allerdings gestand der Juve-Coach, »dass Bayern uns heute 90 Minuten zu schaffen gemacht hat. Aber wenn sie unsere Geschenke nicht annehmen, mussten wir halt gewinnen.«

Bayern:
Kahn - Sagnol (46. Görlitz/69. Scholl), Lucio, Kovac, Salihamidzic (90./+1 Guerrero) - Hargreaves, Frings, Ballack, Schweinsteiger, - Pizarro, Makaay.
Turin: Buffon - Pessotto, Thuram, Cannavaro, Zambrotta - Camoranesi, Blasi, Emerson, Nedved - Del Piero, Ibrahimovic.
Tor: 0:1 Del Pierro (90.). Schiedsrichter: Graham Poll (England). Zuschauer: 59 000 (ausverkauft).

Bayer: Leer-Stück in Rom
Das brutale Foul von Francesco Totti und das 1:1  in der Nachspielzeit verdarben Bayer Leverkusen bei AS Rom die Freude. »So einen Spieler muss man nachträglich bestrafen«, forderte Carsten Ramelow. Nationalspieler Totti, der nach der Partie im Kabinengang noch eine Rangelei anzettelte, war dem am Boden liegenden Ramelow im Spiel mit beiden Beinen auf den Oberkörper gesprungen. »Das war eine klare Rote Karte. Totti hätte raus gemusst», schimpfte Bayer-Trainer Klaus Augenthaler über die Römer, die schon im Hinspiel mit zwei Platzverweisen aus der Rolle fielen.
Sein Kollege Luigi Del Neri hatte für Augenthalers Aussagen wenig Verständnis, goßes dagegen für seinen »Rambo«, der für die unsportliche Szene nur die Gelbe Karte erhielt: »Augenthaler redet zu viel. Er sollte nicht auf der Bank, sondern auf der Tribüne sitzen. Fußball ist eben ein Männersport«, meinte der römische Coach.
Zuvor hatte die Bayer-Elf im gespenstisch ruhigen 80 000 Zuschauer fassenden »Stadio Olimpico« den ersten Auswärtspunkt seit zwei Jahren in der Champions League und mindestens den dritte Gruppenplatz und die Teilnahme am UEFA-Cup erreicht. In einer sehr schwachen Partie schienen beide Teams irritiert vom leeren Stadion, das nach UEFA-Sanktion auch im Heimspiel gegen Madrid leer bleiben muss. »Es war komisch. So etwas habe ich noch nie erlebt«, gestand auch Ramelow.dpa/ND

Rom: Zotti - Sartor (63. Chivu), Dellas, Mexes, Cufre - Mancini, De Martino, Aquilani, D'Agostino (63. Mido) - Totti, Montella (90.+4 Corvia).
Leverkusen: Butt - Balitsch, Roque Junior, Juan (49. Nowotny), Placente - Ramelow, Babic - Schneider (87. Freier), Ponte (90.+4 Callsen-Bracker), Krzynowek - Berbatow.
Tore: 0:1 Berbatow (82.), 1...

Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.