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  • Politik
  • Gespräche zwischen SPD und PDS

Praxistest

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.

In diesem Jahr hat die PDS ziemlich genau das bekommen, was sie wollte: Stimmenzuwachs bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, vollwertige Opposition im Bundestag. Daß sich keine Glückseligkeit breit macht, liegt an den neuen Verpflichtungen. Mit den Prozentzahlen wächst die Verantwortung für das, was man tut und unterläßt.

In Sachsen-Anhalt wollte die PDS mehr Verläßlichkeit im Magdeburger Modell; nun bilden PDS und SPD längerfristig angelegte Arbeitsgruppen zu wichtigen Politikbereichen. Das mag man als heimliche Koalition interpretieren, einer vernünftigen Zusammenarbeit können solche Gespräche nur dienen. In Schwerin scheinen die Zeichen auf Koalition zu stehen. Womöglich wäre es den Wählern kaum zu erklären, warum eine Fast-25-Prozent-Partei sich vom Regieren fernhalten sollte, wenn der andere Partner bereit und die Alternative eine unerquickliche große Koalition wäre.

Bonn, Magdeburg, Schwerin - die PDS könnte demnächst Gelegenheit erhalten, ihre Konzepte unter verschiedensten Bedingungen dem Praxistest zu unterziehen. Natürlich ist - vor allem in Schwerin - der Ausgang offen. Aber nicht der Versuch an sich wäre sträflich, sondern vor allem Inkonsequenz einerseits und weltfremde Prinzipienreiterei andererseits.

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