Bankadel

  • Von Jochanan Trilse-Finkelstein
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Eigentlich hießen sie Elchanan (hebr Gott ist gnädig). Der Urvater Isaak wohnte mit Familie Mitte des 16. Jahrhunderts im Haus »Zum roten Schild«. Enkel Naphtali Herz zog 1664 in die »Hinterpfanne« und hieß seitdem Rothschild. 2700 Gulden betrug sein Vermögen. Um 1830 gehörten »Mayer Amschel von Rothschild und seinen Nachkommen beiderlei Geschlechts« mit fünf Bankhäusern in London, Paris, Neapel, Wien und dem Stammhaus Frankfurt (Main) über 118 Millionen Francs. Sie waren geadelt, Barone (den englischen Nathan ausgenommen). Ein Aufstieg vom verachteten, gedemütigten Ghetto-Juden und Kaisers Knecht zu einer europäischen Macht.

Es war die Zeit der Ablösung des Feudalabsolutismus durch den Kapitalismus, der Grundherrschaft durch das Finanzkapital, des Grundadels durch den Geldadel: Die Hochfinanz nahm gern die Titel jener an, die sie einst gepeinigt. Die Familie Rothschild hatte führenden Anteil an diesem Umbruch, einer Revolution über de...


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