Uta Herrmann 23.06.2005 / Brandenburg

Schubkarren, Holzbrücken und Gemüse

Freundschaftsgesellschaft Berlin-Kuba engagiert sich im Botanischen Garten von Pinar del Rio

»Wir sind sehr glücklich über die Arbeit der Barrigona-Gruppe«, sagt der Direktor des Botanischen Gartens Pinar del Rio, Dr. Armando Urquiola, bei der Abschlussfeier. Die überwiegend jungen Leute kehren nach einem halben Jahr Arbeits- und Bildungsaufenthalt wieder nach Deutschland zurück. »Sie haben nicht nur zusammen mit den kubanischen Mitarbeitern den Garten weiterentwickelt. Die Mädchen haben sich integriert, und sie kamen mit viel Verantwortungsgefühl, Wissensdurst und klaren Zielen nach Kuba. Sie wollten viel von der Insel kennen lernen, und wir organisierten einige Exkursionen durch das Land.« Seit 1998 entsendet die Freundschaftsgesellschaft Berlin-Kuba e. V. (FBK) die Arbeitsgruppen, die nach der vom Aussterben bedrohten Palmenart mit dem dicken Bauch ? la Barrigona ? benannt wurden. Im April wurde die 11. Gruppe in Pinar del Rio, der westlichsten Provinz Kubas, verabschiedet. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die 12., die dann von Oktober 2005 bis März 2006 beim Aufbau des Botanischen Gartens helfen wird. Urquiola, der die Verantwortung für dieses Projekt in Kuba trägt, wünscht sich auch in Zukunft einen so guten Austausch mit der FBK, um den Aufbau des Botanischen Gartens weiterzuführen, denn »die Freundschaftsgesellschaft ist für uns jener wichtige Partner, mit dem wir am längsten zusammenarbeiten«? »Ohne die FBK wäre vieles nicht möglich?, ergänzt José Luis Corvea, Geologe von Beruf und seit 2001 als Stellvertreter des Direktors im Garten beschäftigt. Begeistert berichtet er davon, was der Garten einmal sein soll. Schon jetzt ist einiges davon realisiert, und jedes Jahr wird es etwas mehr. So wurden unter anderem die Barrigona-Palmen wieder gepflanzt, um sie vor dem Aussterben zu schützen. Schulklassen und auch Touristen nutzen den Lehrpfad. Neben Artenschutz, Umweltbildung und Erholung, dient der Garten der Wissenschaft und Forschung ebenso wie der wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung der Region. Es wird ein Ökorestaurant entstehen, das nicht nur vegetarische Speisen anbietet, sondern auch den regenerativen Kreislauf einer nachhaltigen Land- wirtschaft demonstrieren soll. Corvea träumt von einem Hotel für Wissenschaftler und andere Gäste mit Konferenz- und Unterrichtsräumen aus Holz, viel Glas und mit vielen Pflanzen. Die Pläne dazu liegen schon vor. Vorerst aber wird das Gemüsefeld für die Selbstversorgung des Gartens und seiner Mitarbeiter bearbeitet. Da kommen die dringend benötigten Schubkarren und Harken aus der Solidaritätslieferung der FBK gerade zur rechten Zeit. Auch für die Barrigoner, denn jäten, gießen, hacken, usw. gehören ebenfalls zu ihren Tätigkeiten. Bisherige Gruppen haben u. a. Setzlingsanlagen, ein Schattengewächshaus, Holzbrücken und Treppen gebaut, Wege angelegt. Künftige Teilnehmer werden weitere Bereiche des Gartens gestalten, das Bestehende pflegen und an speziellen Aufgaben wie z. B. Gartenbau und Landschaftsarchitektur mitarbeiten. »Weil die Arbeit mit Kubanern den Alltag bestimmt hat, haben wir einen tiefen Einblick in die kubanische Lebensweise und Gesellschaft bekommen, eine neue Kultur kennen gelernt, können uns in Spanisch verständigen«, meint die 20-jährige Dana aus Stuttgart von Barrigona 1...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, haben Sie folgende Möglichkeiten:

Haben Sie ein Online- oder Kombi-Abo? Dann loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: