Sonnenbrand: Rot wie ein Baum

Am Melanom, der bösartigsten Form des Hautkrebses, erkranken jährlich in Deutschland rund 20000 Menschen. Alle zehn Jahre verdoppelt sich diese Zahl und der Hauptauslöser der Krankheit ist die intensive UV-Belastung aus dem Sonnenlicht.

Neuerdings werden die Menschen nicht nur vor Stürmen gewarnt, sondern auch vor hoher Sonnenbrand-Gefahr. Zu Recht, denn nicht nur in der Karibik, sondern auch am hiesigen Ostsee-Strand kann ein hellhäutiger Zeitgenosse relativ schnell aussehen wie der »arbol de turista«, der Touristenbaum, der auf Kuba wächst: Die menschliche Haut leuchtet rot und die »Rinde« schält sich. Was rein äußerlich nach einer angemessenen Zeit durchaus wieder einen normalen Zustand annimmt, kann dennoch verheerende gesundheitliche Folgen haben und in der Entstehung von Hautkrebs enden. Den wissenschaftlich exakten Namen des Laubbaumes Bursera simaruba wusste nur der Direktor des Botanischen Gartens in Pinar del Rio in der westlichsten Provinz Kubas, Dr. Armando J. Urquiola Cruz. Bei den Mitarbeitern des Gartens und den Kubanern allgemein ist er als »Touristenbaum« oder »Baum der Touristenhaut« bekannt. Dieser allgemein geläufige Name, der bei Besuchern zunächst ein Lächeln hervorruft, ist auf die sich schälende Rinde und ihre Farbe zurückzuführen. Innerhalb kürzester Zeit können Menschen, die die starke Sonneneinstrahlung auf der Insel nicht gewohnt sind, aussehen wie dieser Baum und ihre Haut schält sich ebenfalls. Ist die Haut nicht nur gerötet, sondern juckt und schmerzt, hat man den Namen des Baumes verstanden. Auch wenn für viele Menschen der Sonnenbrand eine Erscheinung ist, die zum Sommer und Urlaub einfach dazugehört, sollte es besser nicht dazu kommen. Sonnenlicht ist gut für unsere Seele, lindert Depressionen und chronische Schmerzen. Es ist Energiespender, kurbelt das Immunsystem an und erhöht den Stoffwechsel. Wir brauchen das Sonnenlicht nicht nur für unser psychisches Wohlbefinden, sondern auch für Vorgänge und Funktionen unseres Körpers. Unbestritten ist, dass ein Großteil des Vitamin D-Bedarfs durch die Sonnenlichtbestrahlung erzeugt wird. Dieses Vitamin ist wichtig für den Knochenaufbau, bewahrt vor Rachitis und Osteoporose und nach neueren amerikanischen Untersuchungen auch vor Krebs. Eine Reihe von Studien hat einen Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel und dem Entwickeln von Dickdarm-, Prostata- oder Brustkrebs bestätigt. Nicht alle Experten teilen diese Meinung, da UV-Strahlung noch immer als der wichtigste Risikofaktor bei der Entstehung von Hautkrebs gilt. Einig ist man sich darin, dass ein vernünftiger Umgang mit dem Lebenselixier ratsam ist, denn unsachgemäßes und leichtsinniges Vorgehen kann die Haut vielfältig stören, schadet den Augen und Gefäßen. Gewöhnt man die Haut langsam an die Sonne, fördert dies den natürlichen Selbstschutz. Bei Sonnenbestrahlung verdickt sich innerhalb von zwei bis drei Wochen die oberste Hautschicht, es entwickelt sich eine Lichtschwiele. Außerdem vermehren sich Pigmentzellen, die an die Hautoberfläche wandern und hier Bräune bewirken. Darüber hinaus helfen Tomaten, Paprika, Möhren oder Heidelbeeren mit ihrem hohen Anteil an Betacarotin. Isst man sie, verträgt man die Sonne besser. Anderseits gibt es auch Stoffe, die die Haut lichtempfindlicher machen - u.a. Parfüms, Insektensprays oder Arzneimittel. Zusätzlich zum natürlichen Selbstschutz können Sonnenschutzmittel verwendet werden. Sonnencremes sollten UVA-Strahlung wie auch UVB-Strahlung, die den Sonnenbrand verursacht, abhalten. Beide lassen die Haut schneller altern und erhöhen das Krebsrisiko. Der Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel länger man sich unbeschadet in der Sonne aufhalten kann. Hierbei spielt der Hauttyp eine wichtige Rolle - je heller die Haut ist, umso höher sollte der Lichtschutzfaktor sein. Auch ist die Behandlung und Pflege der Haut nach einem Sonnenbad wichtig. Dazu sind besonders Lotionen mit Vitamin E geeignet. Wohltuend für sonnengestresste Haut sind auch Ringelblume. Kamille und Lavendel, Aloe Vera, Hamamelis oder Jojobaöl spenden Feuchtigkeit. Angemessene langärmlige Kleidung, ein breitkrempiger Sonnenhut und Schatten sind der beste Schutz. Sonnenbrillen mit UV-Schutz beugen Netzhautschäden und Grauen Star vor Empfohlen wird auch, Sonnenbäder in der Zeit der intensivsten Sonneneinstrahlung zwischen 11 und 15 Uhr zu vermeiden. Kommt es dennoch zu einem Sonnenbrand, der eine richtige Erkrankung - medizinisch gesehen eine Entzündung der Haut - ist, ist die beste Maßnahme die Kühlung der betroffenen Hautstellen. Quarkumschläge haben sich dabei bewährt, aber auch kalte Auflagen mit Ringelblumen- oder Kamillentee. Außerdem sollte man reichlich trinken, um den Flüssigkeitsverlust über die Haut auszugleichen. Zusätzlich werden hautpflegende Substanzen, z. B. Panthenol-Spray, eingesetzt. In schweren Fällen werden entzündungshemmende Cremes verwendet. Übrigens wird auch die Rinde des kubanischen Touristenbaumes als Heilmittel bei einem Sonnenbrand verwendet. Man benutzt sie für Umschläge und braut daraus Tee.Darü...

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