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  • Politik
  • Ruanda - fünf .ahm riananh

Lehren eines Völkermordes

Völkermord ist eine emotional sehr stark »vorbelastete« Vokabel, mit der kein Schindluder getrieben werden darf. Wenn systematischer, anhaltender Massenmord aus ethnischen, religiösen oder anderen Gründen vorliegt, darf sie freilich auch nicht - wie im Falle Kambodscha lange geschehen - unausgesprochen bleiben.

Der soeben erschienene 800-Seiten-Bericht zweier namhafter Nichtregierungs-Organisationen über die blutigen Ereignisse in Ruanda, die just vor fünf Jahren begonnen hatten, zeichnet mit großer Exaktheit das Bild eines besonders niederträchtigen Völkergemetzels. Mindestens 500 000 Tutsi wurden abgeschlachtet - die großen Staaten des Westens, allen voran die USA und Frankreich, steckten den Kopf in den Sand.

Die Lehre aus Ruanda kann nur hei-ßen: Rechtzeitig die Ursachen gerade solcher zu einem Genozid neigender schwerer Konflikte erkennen, eindämmen, beseitigen. Aber das taugt keineswegs zur Rechtfertigung der gegenwärtigen NATO-Bombardements in Jugoslawien. Die mbWiclien'DMehsionen des'Kbäöiiö^-Kbti'-

flikts sind seit über zehn Jahren bekannt. Durch die OSZE-Beobachter war er eingedämmt. Ihr Abzug und die nachfolgenden Bombardements haben buchstäblich den Boden bereitet für - keineswegs zu rechtfertigende - massenhafte serbische Menschenrechtsverletzungen. Was die NATO zu vermeiden vorgab, ist nun erst Tatsache geworden. Völkermord kann nicht durch Krieg bekämpft werden, der selbst Völker mordet.

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