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Osteoporose ist bei Frauen häufiger

| Gesundheit Europaparlament diskutierte Gesundheitsbericht Von Petra Haimhausen

Mit der gesundheitlichen Situation der Frauen in allen 15 Mitgliedsstaaten befaßte sich im März auf seiner letzten Plenarsitzung das Europaparlament.

Frauen leben bei uns zwar länger als Männer Dadurch entsteht der Eindruck, sie seien gesünder Doch der Preis für dieses längere Leben sind häufig chronische Krankheiten«, kommentierte die deutsche Europaabgeordnete Renate Heinisch (Europäische Volkspartei - EVP) den von der Universität Limerick in Irland erarbeiteten Bericht.

Rund 60 Prozentder befragten Frauen hatten darin zwar erklärt, daß sie sich in guter Gesundheit befänden, dennoch gibt es Anlaß zur Besorgnis. »In der EU-Gemeinschaft leiden 25 Prozent der Frauen infolge lang anhaltender Krankheiten an funktionellen ' Einschränkungen«, heißt es in einer der parlamentarischen Stellungnahmen. Ludivina Garcia Arias,

Mitglied der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas, betonte: »Frauen haben eine höhere Lebenserwartung als Männer, allerdings haben sie eine geringere Lebensqualität, fühlen sich schlechter, konsumieren mehr Medikamente, gehen öfter zum Arzt .« Depressionen und Migräne treten verstärkt bei Frauen auf. »Der frauenspezifischen Medizin stellen sich drei Krankheitsgruppen als Herausforderung: kardio-vaskuläre Erkrankungen, Krebs und degenerative Krankheitsbilder.« Zu letzteren zählt Osteoporose, die bei Frauen dreimal häufiger vorkommt.

»Dieser Erkrankung muß man unbedingt größere Beachtung schenken«, so die Parlamentarierin Heidi Hautala (Grüne Partei Finnlands), »da sie mit beträchtlichen Kosten verbunden ist. Es ist allgemein bekannt, daß Frauen, die familiär besonders belastet sind oder bestimmte Medikamente nehmen müssen, stärker davon betroffen sind. Daher sollten stärker Informationen darüber verbreitet werden, daß durch einfache Vorsorgemaßnahmen in einem frühen Alter

das Osteoporose-Risiko stark reduziert werden kann.« Die Vor- und Nachteile von Hormon-Ersatztherapien müßten offen dargelegt werden. Etwa ab dem 40. Lebensjahr sollten Frauen - so die Ärzte - abklären lassen, ob sie zu einer Osteoporose-Risikogruppe gehören. Die Vorbeugung ist relativ einfach. Verzicht auf zuviel Alkohol, Nikotin und Koffein gehört dazu. Alle drei Genußmittel hemmen die Kalziumaufnahme im Magen-Darm-Trakt. Bewegung ist wichtig, weil durch sie dem Knochen Reize zum Aufbau von Knochenmasse vermittelt werden. Mit einer ausgeglichenen Ernährung, die gegebenenfalls durch das apothekenpflichtige Calcium forte mit der D 3-Formel ergänzt werden kann, sind Frauen - und auch Männer, die ebenfalls einem Osteoporose-Risiko ausgesetzt sein können auf jeden Fall gut beraten.

Nachdem nun das Europaparlament seine Änderungswünsche bekanntgegeben hat, geht der Bericht an den Ministerrat. Diesem Gremium obliegt es dann, die richtigen Schlußfolgerungen daraus zu ziehen, damit sich die Gesundheitssituation der Frauen europaweit bessert. Berichterstatterin Heidi Hautala versteht darunter zum Beispiel Informationskampagnen zur Aufklärung. Nach wie vor erwarte die Gesellschaft, daß Frauen eher als Männer einer Doppelbelastung standhalten. Eine Veränderung der Arbeitsorganisation könnte ebenso zu einer gesünderen Lebensweise führen wie Verbesserungen in Umwelt und Gesellschaft.

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