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Jobprogramm half bislang 50 000 Jugendlichen

Hoffnungslos ist die Lage nicht, glaubt Riester und hält sich zugute, mit dem 100 00er Sofortprogramm erste Schritte gegangen zu sein. Das zwei Milliarden Mark teure Vorhaben, dessen Mittel zu 40 Prozent in den Osten gingen, habe innerhalb von drei Monaten 50 000 junge Menschen in Projekten untergebracht. Noch im ersten Halbjahr rechnet Riester mit.einer.weiteren Verdoppelung,.d,a,das. , Programm auf große Resonanz treffe: Ledigliefo drei i Prozent deri Angesprochene») < würden sich verweigern.

Allerdings ist das, wie auch Riester gesteht, nur ein Anfang. Die in Sachsen zur Verfügung stehenden Mittel reichen für etwa 10 000 Jugendliche. Allein in diesem Herbst aber drängen 69 000 Schulabgänger auf den Lehrstellenmarkt, weitere kommen aus Auffangprogrammen. Während die Arbeitgeber laut Riester bei den Gesprächen zum Bündnis für Arbeit verstärkte Lehrstellenangebote zugesichert hätten, bilden Berichten zufolge mit hohen Fördermitteln nach Dresden gelockte Unternehmen mit über 1000 Beschäftigten ganze zwei Lehrlinge aus.

Und auch nach Abschluß einer Ausbildung müssen Jugendliche oft feststellen, daß der Markt unten dicht ist. Dabei »wäre es besser, wenn die Enkel auf Arbeit gingen und die Großväter zu Hause

bleiben könnten«, wünschte ein Dresdner Betriebsrat, der in Ost-Betrieben nach massivem Stellenabbau eine Umkehr der Alterspyramide konstatiert. Selbst wenn diese Firmen ausbilden, würden zumeist die wenigen erfahrenen Arbeiter gehalten, die Jungfacharbeiter bekämen wegen stagnierender Beschäftigungszahlen keinen Fuß in die Tür Geltende Regelungen für einen früheren Renteneintritt könnten in Ostdeutschland nicht angewendet werden: Bei niedrigen Tariflöhnen und effektiven Entgelten, die mit teilweise nur acht Mark pro Stunde weit darunter liegen, seien Rentenabschläge bis zu 18 Prozent kaum zumutbar

Gerade hier aber sieht Riester kaum Chancen, frühere, zum Teil mit Zustimmung der SPD getroffene Regelungen rückgängig zu machen. Zwar sei es gelungen, die Rentenkassen um etwa 25 Milliarden Mark an versicherungsfremden Leistungen zu entlasten, indem Vergütungen für Kindererziehung und die Auffüllbeträge für Ostrenten künftig steuerfinanziert würden. Doch während dadurch der Beitragssatz allen Prognosen entgegen sogar sank, stieg der schon zuvor bei 117 Milliarden Mark im Jahr liegende gesamte Staatszuschuß für die Rentenkassen um die 25 Milliarden noch einmal kräftig an. Mehr sei aus dem Bundesetat nicht zu leisten. Ein Ausgleich der Fehlbeträge aus Mitteln der Rentenkassen aber bedeute entweder höhere Beiträge oder niedrigere Renten.

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