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Der Rat der Götter

Griechenlands Gesundheitswesen bekommt deutsches Rezept

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In das griechische Gesundheitswesen sollen deutsche Sparideen exportiert werden, wie Politiker der LINKEN-Bundestagsfraktion in Erfahrung brachten.

Das griechische Gesundheitssystem steht kurz vor dem Kollaps: Krankenhäusern fehlen die Hilfsmittel. Patienten bekommen ihre Medikamente nur gegen Barzahlung. 30 Prozent der Bevölkerung haben keine Krankenversicherung. Für Arbeitslose endet nach 12 Monaten Unterstützung auch die Krankenversicherung.

Und als ob das alles noch nicht reicht, sollen nun fragwürdige deutsche Methoden im Lande von Asklepios installiert werden, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKEN im Bundestag hervorgeht. Deren Gesundheitsexperte Harald Weinberg versteht das Ziel deutsch-griechischer Kooperationsvereinbarungen nicht als Reform. Allein die beabsichtigte Übertragung der in Deutschland üblichen Fallpauschalen, eines umstrittenen Systems zur Krankenhausabrechnung, nennt er katastrophal. Es solle den Griechen übergeholfen werden, obwohl die Bundesregierung die Chance einer effizienteren Mittelverwendung ausgesprochen skeptisch einschätzt.

Die Pauschalen bewirken keine Kostendämpfung, erfordern aber zusätzliche Fachkräfte für die Kodierung. Mindestens 10 Prozent der Abrechnungen werden in Deutschland beanstandet. Es gibt zu frühe Entlassungen, die Patienten werden häufiger stationär aufgenommen. Das Gesundheitsministerium scheint jedoch von diesem System völlig überzeugt, auch wenn es zu einem Wettbewerb um Patienten und zu einer Fallselektion durch die Kliniken führt, wie Weinberg überzeugt ist.

Gespart werden soll darüber hinaus bei den Arzneimittelausgaben, außer einem erhöhten Einsatz von Generika verrät das Bundesgesundheitsministerium dazu keine Idee. Auch beim griechischen Träger für öffentliche Gesundheitsleistungen müsse gespart werden, heißt es. In der staatlichen EOPYY wurden verschuldete Krankenkassen zusammengeführt. Sie hat Verbindlichkeiten von etwa zwei Milliarden Euro gegenüber Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern und Pharmaherstellern zu bedienen, soll aber 500 Millionen Euro weniger staatliche Zuschüsse erhalten.

Die Gesundheitsausgaben Griechenlands liegen mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 10,2 Prozent gar nicht so weit entfernt von Deutschlands 11,6 Prozent. Durch die aktuellen Einsparungsforderungen wird Griechenland auf das Niveau eines Entwicklungslandes absinken, fürchtet Harald Weinberg.

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