Werbung

Nicht ausgeschlossen

Ingolf Bossenz über die Trennung der Piusbruderschaft von Bischof Richard Williamson

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Piusbruderschaft hat sich von Bischof Richard Williamson getrennt. Die demonstrative Renitenz des britischen Holocaustleugners, der seit Jahren deutsche Gerichte beschäftigt, wurde selbst dieser ideologisch nicht gerade zimperlichen Truppe zu viel. Er habe »sich geweigert, den Respekt und den Gehorsam zu bezeigen, den er seinen rechtmäßigen Oberen schuldet«, heißt es in einer Erklärung der Vereinigung. Benedikt XVI. sah das bekanntlich Anfang 2009 anders, als er die Exkommunikation von vier Pius-Bischöfen, unter ihnen Williamson, aufhob und sie in den Schoß der Una Sancta zurückführte.

Auch wenn der Papst, wie er behauptet, zu diesem Zeitpunkt wirklich nichts von den jüngsten Äußerungen Williamsons wusste: Der Mann hatte bereits 20 Jahre zuvor gepredigt, die Juden hätten »den Holocaust nur ausgedacht«, und später keine Anzeichen erkennen lassen, dass er dieser Auffassung nicht mehr anhänge. Zudem wusste Ratzinger aus seiner Zeit als Glaubenspräfekt bestens Bescheid über die reaktionären Pius-Eiferer, denen die Konzilsbeschlüsse zur Aussöhnung mit dem Judentum sowie anderen Religionen eher als Verrat denn als Fortschritt gelten und deren Trachten die Theokratie bedeutend näher steht als die Demokratie.

Benedikt XVI. scheint derlei weit mehr zu billigen, als dass er es nur billigend in Kauf nimmt. Zwar wird man im Vatikan froh sein über Williamsons Rausschmiss. Doch der Mann ist durchaus Fleisch vom Fleische seiner Brüder. Der nächste Skandal ist damit nicht ausgeschlossen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!