Rückzug mit Vorwahlen

Berlusconis wahrscheinlich endgültiger Abgang von der politischen Bühne

  • Von Anna Maldini, Rom
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Silvio Berlusconi will sich »aus Liebe zu Italien« aus der aktiven Politik zurückziehen und nur noch im Hintergrund agieren. Das erklärte der ehemalige Ministerpräsident vor der Presse. Gleichzeitig kündigte er an, dass der kommende Spitzenkandidat der Partei durch interne Vorwahlen bestimmt werden wird.

In Italien scheint tatsächlich eine Ära zu Ende zu gehen. Ganz sicher kann man sich da nie sein, da Silvio Berlusconi in den vergangenen Jahren immer wieder für eine Überraschung gut war, wenn es um seine Person und sein politisches Engagement ging. Aber dieses Mal könnte seine Entscheidung, sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen, tatsächlich endgültig sein. Das hat politische und persönliche Gründe.

Auf der einen Seite spielt sicherlich sein Prozess wegen Sex mit Minderjährigen und Amtsmissbrauchs eine Rolle, der in Mailand in die letzte Phase geht und wo man sich kaum vorstellen kann, wie der 76-Jährige seinen Kopf auch aus dieser Schlinge zieht. Noch schwerer wiegt aber wohl die derzeitige politische Lage in Italien. Seine Partei, das »Volk der Freiheit«, droht zu zerfallen und die verschiedenen Fraktionen bekämpfen sich bis aufs Messer.

Zuerst hatte der findige Medienunternehmer wo...


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