Joel Vogel 27.10.2012 / Wochennd

Spaß in der Wegwerfgesellschaft

Upcycling ist ein kreativer Prozess, der aus Abfall höherwertige Produkte entstehen lässt

Der teils verschwenderische Konsum in Zeiten wachsender Armut regte die Aktivisten des »Kulturlabor Trial & Error« an, zu schauen, was Menschen wegwerfen. Sie starteten das Projekt Upcycling. In Workshops zeigen sie, wie man aus Abfällen neuwertige, nützliche Produkte herstellt. Aus gebrauchten Fahrradteilen entstehen dabei Gürtel, Schmuck, Accessoires, Taschen und Sextoys - ökologisch, vegan und günstig.

Es macht Hoffnung und Vergnügen: Welches der aus Abfall gebauten Boote ist das schnellste, welches das kreativste?

Ein dreistöckiges, ehemals herrschaftliches Haus in Grünau. Nun fehlen die Scheiben in den Fensterhöhlen, das Rot der Klinkersteine hat etwas Grau angesetzt, hier und da ein Graffiti-Schriftzug. Der Vordereingang ist mit Brettern vernagelt. Ein leer stehendes Haus, wäre da nicht das etwas unscheinbare Schild, das an der Mauer lehnt. Mit ordentlicher Handschrift auf alter Sperrholzplatte werden NachbarInnen und Interessierte informiert, dass nun ein Projekt dem alten Ort »ein wenig Leben« einhauche. Um Nachhaltigkeit und Wiederverwertung gehe es. Da an der Seite, wo Reste einer Pförtnerloge den Durchgang verengen, geht's rein. Zwischen Schrott und anderen Dingen ein paar Bastler, die ein merkwürdiges Gebilde zusammenstückeln. Ich erkenne einen alten Korbstuhl und ein Drahtgestell, Kanister und eine Bratpfanne. Wiederverwertung also.

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