Klaus Bellin 27.10.2012 / Kultur

Das verdächtige Genie

Jan Knopf besichtigt in einer neuen Biografie Bertolt Brecht und sein Werk

Manche glauben ja, er sei mausetot und nicht mehr zu gebrauchen, einfach passé, einer von gestern halt. Begraben, verdrängt, vergessen all die Aufregungen von einst, als Brecht noch ein provokanter Störenfried war, im Westen von einem Außenminister mit Horst Wessel verglichen, gleich zwei Mal, 1953 und 1961, mit Boykotten bestraft, dann in zähen, untauglichen Rettungsprozeduren in den guten Dichter und den verfluchten Kommunisten zerlegt, im Osten zu Lebzeiten mit Misstrauen beäugt, später laut und ausdauernd gefeiert, indes der machtlose Leiter des Aufbau-Verlages ein ums andere Mal im hohen Haus vorstellig wurde, um die Veröffentlichung des »Me-ti« und der Gedichtbände mit den »Buckower Elegien« anzumahnen (was erst nach vielen Jahren gelang, weil man dem unmündigen DDR-Volk schließlich nicht alle Brecht-Zeilen zumuten mochte).

Heute ist von der Heiligsprechung, der erdrückenden Umarmung so wenig geblieben wie von der wütenden Ve...

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