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»Rette sich, wer kann!«

Anti-AKW-Bewegung ruft zu Aktionswoche auf

  • Von Dieter Hanisch, Itzehoe
  • Lesedauer: 2 Min.

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Angesichts des mangelnden Katastrophenschutzes für das AKW Brokdorf rufen Atomkraftgegner zu einer dezentralen Aktionswoche auf: Sie soll vom 5. bis zum 11. November stattfinden, in zahlreichen Städten sind bereits Aktionen geplant.

Die Anti-AKW-Bewegung - darunter unter anderem Gruppen von attac, BUND, Robin Wood, örtliche Initiativen und kirchliche Aktivisten - ruft zu einer dezentralen Aktionswoche auf, bei der sie das Thema Katastrophenschutz in den Mittelpunkt rücken will. Vom 5. bis 11. November heißt das Aktionsmotto daher »Rette sich, wer kann!« Der Fokus liegt dabei in Schleswig-Holstein - mit der Forderung nach einer sofortigen Stilllegung des Reaktors in Brokdorf und nicht erst, wie im Atomgesetz vorgesehen, im Jahr 2021.

Unbewohnbarer Norden

Die Anti-AKW-Initiative »ausgestrahlt« weist daraufhin, dass bei einem Super-Gau in dem Meiler nicht nur die Menschen mitten in der Wilstermarsch betroffen wären. Vielmehr hätte eine solche Katastrophe in einem Radius von rund 170 Kilometern um die Unglücksstelle verheerende Auswirkungen - also in ganz Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen sowie in Teilen von Dänemark, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Kernenergiegegner können dabei auf eine Expertise des Bundesamtes für Strahlenschutz verweisen. Je nach Windverhältnissen kann demnach nahezu ganz Norddeutschland bei dem schlimmsten anzunehmenden Unfall einer Kernschmelze unbewohnbar werden, warnt »ausgestrahlt«. Evakuierungen von mehreren Millionen Menschen, unter anderem aus der Elbmetropole Hamburg, würden anstehen - ein Vorgang, für den nur bedingt Katastrophenschutzpläne existieren. Rundfunkdurchsagen, Fluchtpläne, Dekontaminierungs-Stationen, Jodtabletten - aus Sicht von »ausgestrahlt« sind das vielfach nur »Beruhigungspillen«.

Die Gefahr etwa eines Mega-Sturms dürfe gerade an der Unterelbe nicht unterschätzt werden, sagen die Kernkraftgegner. Auch in den USA haben aktuell die Naturgewalten den regulären AKW-Betrieb in ungeahnte Bedrängnis gebracht, was zu mehreren Abschaltungen führte. Nach der Katastrophe im japanischen Fukushima wurde zudem beim bundesweiten AKW-Check deutlich, dass der Reaktor im Kreis Steinburg gegen den Absturz eines großen Passagier- oder Frachtflugzeugs nicht gesichert ist. Wie schnell unvorhersehbare Ereignisse eintreten können, zeigte sich jüngst beim AKW Brokdorf, wo gleich zweimal innerhalb kürzester Zeit Störfälle zu einem Leistungsabfall führten. Solche Situationen wie am 30. September und Mitte Oktober bedeuten jedes Mal außerordentlichen Stress für die gesamte Technik und das Personal.

316. Mahnwache

Der Widerstand gegen den vom finanziell schwächelnden Energiekonzern E.on betriebenen Meiler ist vielfältig, aber friedlich. Das dokumentiert die Aktionswoche. So gibt es Vorträge, Diskussionen, Infostände, Filmabende und Streetperformance. Und am 6. November soll die mittlerweile 316. monatliche Mahnwache vor dem Brokdorfer Werkstor stattfinden - wie seit 26 Jahren stets am Monatssechsten.

Weitergehende Infos und eine Aktionsübersicht im Internet unter: www.ausgestrahlt.de; www.brokdorf-akut.de

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