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Ungebrochen

Daniel Alter wird Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

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Sie schlugen auf ihn ein, brachen ihm das Jochbein und bedrohten seine Tochter, vor deren Augen sie ihn angriffen. Die vier jugendlichen Täter seien wie aufgeputscht gewesen, der Anführer extrem aggressiv, sagt Daniel Alter nach dem Angriff. Er trug eine Kippa und wurde von vermutlich arabischstämmigen Jugendlichen gefragt, ob er Jude sei. Er bejahte die Frage und wurde daraufhin zusammengeschlagen.

Die Öffentlichkeit reagierte geschockt, doch wo die einen überraschend neue Aspekte zu entdecken meinten, nämlich, dass es (auch) unter Muslimen Antisemitismus gebe, betonte Alter selbst, er sei von »stumpfen, hasserfüllten Schlägern« angegriffen worden und nicht von »den Arabern«.

Nun wurde der 53-jährige Rabbiner zum Antisemitismusbeauftragten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ernannt. Einen konsequenten und doch besonnenen Mahner bekäme die Gemeinde damit, so ihr Vorsitzender Gideon Joffe.

Alter ist niemand, der Antisemitismus als Problem allein für die jüdische Gemeinde sieht: »Der Kampf gegen den Antisemitismus muss nicht allein im Interesse der jüdischen Gemeinschaft geführt werden, sondern ist Voraussetzung für eine demokratische Zivilgesellschaft an sich.« Bis 2005 war er 15 Jahre lang Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Hessen. Der Dialog zwischen den Religionen ist ihm wichtig. Auch ein Angriff, der weit über (die schon fast gewohnten) verbale Pöbeleien hinaus geht, kann den Willen dazu nicht brechen. Nur passend also, dass er auch das neu geschaffene Amt des Beauftragten für den Interreligiösen Dialog übernehmen wird. Der studierte Pädagoge und Rechtswissenschaftler will sich künftig beispielsweise auch um vorbeugende Maßnahmen an Schulen bemühen.

Die jungen Männer, die ihn Ende August angegriffen haben, sollen bestraft werden, doch: »Man muss sehen, ob diese Kerle überhaupt begreifen, was sie da getan haben. Und dann die richtigen und passenden Strafen verhängen. (...) Berlin ist eine tolerante, weltoffene Stadt. Das lassen wir uns nicht wegnehmen.«

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