Oliver Eberhardt, Jerusalem 07.11.2012 / Ausland

Interne Kritik an Israels Regierung

Papier des Außenministeriums sorgt für Aufregung

Mitten im Wahlkampf gerät Israels Koalition von unerwarteter Seite unter Beschuss: In einem Bericht wirft die Verwaltung des Außenministeriums der Regierung von Premier Benjamin Netanjahu vor, ihre Außenpolitik untergrabe die Legitimität des jüdischen Staats »mehr als jede internationale Kampagne«.

Dass es brodelt, war schon seit sehr langer Zeit kaum übersehbar: Hinter vorgehaltener Hand sprachen Außenamtsmitarbeiter der mittleren und höheren Ebene darüber, wie frustrierend es sei, immer und immer wieder den »Scherbenhaufen« aufkehren zu müssen, den Außenminister Avigdor Lieberman und – noch viel mehr als er – sein Vize Danny Ajalon Tag für Tag aufs Neue auf dem diplomatischen Parkett hinterlassen. Da platzierte Ajalon den türkischen Botschafter bei einem Pressetermin so, dass er auf den Pressebildern wie ein kleiner Schuljunge aussah. Und in den vergangenen Monaten wurde das Außenministerium von Lieberman darauf eingeschworen, kräftig Wahlkampf für den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney zu betreiben, der sich mit Premier Netanjahu unter anderem einige einflussreiche Wahlkampfspender teilt. »Wir sind Diplomaten, keine Wahlhelfer und keine Nannies für hyperaktive Politiker«, klagte ein Botschaftsmitarbeiter in einem EU-Land, der natürlich lieber namenlos bleiben möchte.

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