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Polnischer Partisan hilft Antifa

Jan Paciejewski beteiligt sich an Protesten gegen NPD-Aufmarsch in Frankfurt (Oder)

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Durch die Verbrechen der Faschisten verlor Jan Paciejewski 16 Angehörige. Als Partisan kämpfte der Pole im Zweiten Weltkrieg gegen die Nazis. Angesichts aktueller neofaschistischer Bewegungen erscheint es ihm wichtig, dass Deutsche und Polen gemeinsam handeln, »auf das sich die Geschichte nicht wiederhole«.

Paciejewski wohnt in Slubice. Morgen kommt er nach Frankfurt (Oder) herüber, um bei den Protesten gegen einen NPD-Aufmarsch eine Rede zu halten. Die zentrale Kundgebung wird um 9 Uhr auf dem Platz vor dem Kaufland in der Heilbronner Straße beginnen. Die Stadtverordnetenversammlung ruft die Einwohner auf, dorthin zu kommen und den Nazis keinen Millimeter Boden zu gönnen. »Wir wollen keinen braunen Spuk in unserer Stadt. Frankfurt (Oder) ist keine Plattform für die Feinde der Demokratie«, erklärte der Parlamentsvorsitzende Peter Fritsch. Darüber hinaus wird die Bevölkerung gebeten, bereits heute um 18 Uhr da zu gedenken, wo früher die Synagoge stand. Der Naziaufmarsch ausgerechnet am 10. November wird als besondere Provokation empfunden. Schließlich ereigneten sich in der Nacht zum 10. November 1938 fast überall in Deutschland faschistische Übergriffe auf Synagogen, jüdische Geschäfte und Bürger. Der Tag ist als Reichspogromnacht in die Geschichte eingegangen.

Auch das deutsch-polnische Bündnis »Kein Ort für Nazis«, an dem sich Vereine und Gewerkschaften aus dem Nachbarland beteiligen, wirbt dafür, an der zentralen Kundgebung teilzunehmen. Außerdem meldete das Bündnis noch weitere Kundgebungen an, um den Nazis den Weg zu verlegen. Treffpunkt sind jeweils ab 9 Uhr Spiekerstraße, Klenksberg, Dresdner Platz und das Stadion.

Den Einwohnern der Stadt und extra angereisten Antifaschisten ist es in diesem Jahr schon einmal gelungen, einen Naziaufmarsch zu blockieren. Damals, am 24. März, gingen etwa 600 Menschen auf die Straße. »Wir sind überzeugt, dass es diesmal wieder gelingen wird«, sagt Janek Lassau, Sprecher des Bündnisses »Kein Ort für Nazis«. Er freut sich darüber, dass auch Finanzminister Helmuth Markov (LINKE) das Bündnis unterstützt. Markov hat den Aufruf unterschrieben, gegen die Nazis zu demonstrieren. Der Finanzminister hatte sich am 24. März selbst an der friedlichen Blockade des Naziaufmarschs beteiligt.

Zu den Unterstützern in Frankfurt (Oder) gehört auch das polnische Bündnis »Porozumienie 11 listopada«. Es wendet sich gegen Rechtsextremisten, die einen Tag später - am 11. November - in Warschau auflaufen wollen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch Deutsche unter den Gegendemonstranten in der polnischen Hauptstadt sein werden. Denn wie heißt es in einer Erklärung? »Uns trennt nicht die Nationalität, uns eint der Kampf gegen den Faschismus!«

kein-ort-fuer-nazis.org

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