Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

USA werden wieder Energieriese

IEA: Globaler Bedarf wird bis 2035 um ein Drittel wachsen

  • Von Elisa Elschner, London
  • Lesedauer: 3 Min.
Die USA werden zum größten Exporteur von Energie aufsteigen. Das zumindest ist die Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) in deren aktuellem World Energy Outlook. Der Irak wird Nummer zwei. Der globale Energiebedarf steigt um ein Drittel. Die erneuerbaren Energien werden zur zweitgrößten Energiequelle, noch vor der Kohle.

Aus der Sicht von Maria van der Hoeven steht die Energiewelt vor einem Umbruch. Die IEA-Geschäftsführerin betonte am Montag bei der Vorstellung des jährlichen World Energy Outlook, dass sich die globale Energielandkarte in einem dramatischen Umbruch befinde, der die Rolle verschiedener Länder, Regionen und Kraftstoffe im globalen Energiesystem verändern werde.

Der Umbruch geht laut IEA von den USA aus, deren Energieausblick sich dank der Förderung von unkonventionellen Öl- und Erdgasvorkommen von »pessimistisch« zu »optimistisch« geändert hat. Dementsprechend erwartet die Agentur, dass sich die USA bis 2020 von einem der größten Energieimporteure zu einem Energieexporteur verwandeln werden. Vor allem für Europa dürfte dies Konsequenzen haben. Versorgt sich Nordamerika nämlich selbst mit billigem Gas und Öl, kann es Steinkohle exportieren, wovon vor allem Europa profitieren könnte.

Der Mittlere Osten wird zunehmend die Energienachfrage Asiens befriedigen. Die IEA prognostiziert dabei, dass die Region im Jahr 2035 bis zu 90 Prozent ihres Öls nach Asien, vor allem nach China, exportieren wird. Zugleich sieht der Ausblick die globale Energienachfrage bis 2035 um ein Drittel wachsen. China, Indien und der Mittlere Osten machen dabei allein 60 Prozent dieser wachsenden Nachfrage aus. Die Energienachfrage in den OECD-Staaten verändere sich dagegen kaum noch, wobei Gas und erneuerbare Energien einen zunehmend größeren Teil des Energiemix ausmachen werden.

Fossile Brennstoffe bleiben laut IEA weiter ein entscheidender Teil der globalen Energieversorgung. Ölpreise werden auch in Zukunft steigen, und im Jahr 2035 einen nominalen Wert von 215 Dollar je Barrel erreichen. IEA-Chefökonom Fatih Birol berichtete, dass der Irak 45 Prozent des globalen Anstiegs der Ölproduktion bis 2035 liefern und sich dabei zum zweitgrößten Ölexporteur entwickeln werde. Die Nachfrage nach Erdgas wird sich bis 2035 um 50 Prozent auf fünf Billionen Kubikmeter vergrößern. Schiefergas wird dabei vor allem in den USA, Australien und China gefördert. Die globale Kohlenachfrage steige um 21 Prozent, mit China und Indien als Hauptimporteuren.

Erneuerbare Energien werden laut der IEA ab 2015 die weltweit zweitgrößte Energiequelle darstellen und Kohle bis 2035 als Hauptenergiequelle abhängen. Deren Wachstum hänge jedoch stark von Subventionen ab, die von momentan 88 Milliarden Dollar auf 4,8 Billionen Dollar steigen müssten, um das volle Potenzial erneuerbarer Energien zu garantieren. Die IEA sieht langfristig keine Zukunft für die Atomenergie, da deren Kosten nach dem Erdbeben in Fukushima durch Sicherheitsmaßnahmen deutlich angestiegen sind.

Laut Birol muss die Politik ihre Maßnahmen und Investitionen auf bessere Energieeffizienz fokussieren. Er hob hervor, dass nur ein Drittel des Effizienzpotenzials ausgeschöpft sei und rasches Handeln nötig ist, um den Anstieg der globalen Temperatur um zwei Grad Celsius bis auf 2022 hinauszuzögern. Momentan wird dieser Anstieg schon im Jahr 2017 erwartet.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln