Martin Ling 21.11.2012 / Ausland

Der Frust der Katalanen

Die Unabhängigkeitsbewegung erstarkt in Zeiten der Krise und einer rechten Zentralregierung

Unabhängigkeitsbestrebungen haben in Katalonien eine lange Tradition. Nun werden sie unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise neu befeuert. Für den 25. November hat die regierende CiU vorgezogene Regionalwahlen ausgerufen - als ersten Schritt zur Durchführung einer Volksabstimmung über die Unabhängigkeit der Region im Jahre 2014.

»Gefühl, Geschichte, Identität«. Das sind die drei Gründe, mit denen Ester Eroles gegenüber »nd« ihr eindeutiges Votum für die Unabhängigkeit Kataloniens begründet. Noch ist das Votum der 30-jährigen Katalanin theoretischer Natur, weil die spanische Verfassung verbietet, dass die mit Bundesländern in Deutschland vergleichbaren 17 Autonomen Gemeinschaften eigenmächtig Volksabstimmungen über die Frage der Unabhängigkeit einberufen. Eben das aber hat der seit 2010 amtierende nationalliberale katalanische Regierungschef Artur Mas vor. Und der erste Schritt auf diesem Weg sind die von ihm einberufenen vorgezogenen Neuwahlen am kommenden Sonntag: Dort hofft er mit seiner rechtsgerichteten Partei Convergència i Unió - CiU (Katalanische Konvergenz- und Einheitspartei) auf eine absolute Mehrheit - das Surfen auf der immer mächtiger werdenden Unabhängigkeitswelle kann dabei nur helfen. Denn die CiU, die auch von 1980 bis 2003 Katalonien regierte, war bisher nicht als Verfechter der Unabhängigkeit aufgetreten, sondern vor allem darauf bedacht, die Interessen der mittel- und großständischen katalanischen Unternehmen zu bedienen. Einen eigenständigen Staat hat sich die CiU erst auf die Fahnen geschrieben, seit am 11. September 2012 rund 1,5 Millionen Menschen in Barcelona parteiübergreifend für die Unabhängigkeit demonstrierten. Aufgerufen zur Demonstration hatte die erst im März gegründete zivilgesellschaftliche Unabhängigkeitsbewegung Katalanische Nationalversammlung (ANC).

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: