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Mutige Frauen und Männer

Der Widerstand in Schlesien gegen Hitlers Eroberungswahn

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Über den antifaschistischen Widerstand gegen die Nazidiktatur in Schlesien ist wenig bekannt, die Literatur hierzu dürftig. Umso erfreulicher, dass die Berliner Historikerinnen Cornelia Domaschke und Daniela Fuchs-Frotscher nunmehr hierzu einen Band herausgegeben haben, der biografische und regionalgeschichtliche Studien vereint, zumeist von Autoren der ersten Nachkriegsgeneration verfasst, zu der die beiden Herausgeberinnen jedoch nicht mehr gehören.

Umrahmt sind die Beiträge von einer Skizze der politischen Szenerie in Schlesien in der Zeit der Weimarer Republik (Reiner Zilkenat) und einer Studie über das erste Nachkriegsjahr in Breslau/Wroclaw (Marek Ordylowskis).

Die beiden Herausgeberinnen und Autorinnen führen in diesem Band frühere Untersuchungen zum Widerstand in Schlesien 1933 bis 1945 anhand des Lebensweges des 2004 verstorbenen Breslauer Widerständlers und Buchenwald-Häftlings Fred Löwenberg weiter. Ihre auf das Familienarchiv gestützten, vertiefenden Darstellungen würdigen den antifaschistischen Kampf von Mutter Katharina und den beiden Söhnen Fred und Martin Löwenthal. Insbesondere die Erinnerungen des jüngsten Sohnes Martin erwiesen sich als eine wichtige Quelle zum aufopferungsvollen Kampf engagierter Antifaschisten in Schlesien gegen Hitler und Konsorten und deren Eroberungs- und Vernichtungskrieg.

Durch geduldige Archivrecherchen gelang es den beiden Forscherinnen zudem, erstmals ein detailliertes Täterbild des Breslauer Gestapokommissars Josef Kluske zu zeichnen, der Linke aller Couleur, darunter die Löwenbergs, verfolgte, und dem die westdeutsche Nachkriegsjustiz den »Dank des Vaterlandes« zusprach.

Neue Forschungsergebnisse können auch Anne Hunger über die Breslauer Antifaschistin Irmgard Konrad sowie Uta Hermann über Fritz Maiwald bieten. Walter Schmidt, ein Experte der Revolution von 1848/49, berichtet über seinen Vater Josef Schmidt, der zum Tode verurteilt worden war, weil er u. a. junge Wehrpflichtige über die Kriegspolitik der Nazis aufklärte. Darüber hinaus informiert der Berliner Geschichtsprofessor über die mutige Opposition des katholischen Geistlichen Martin Scholl und dessen evangelischen Kollegen Johannes Halm in der Kleinstadt Auras/Oder im schlesischen Kreis Wohlau.

Der Band schließt nicht nur eine Lücke, er gibt Anregungen für weiterführende Forschungen auf einem bisher wenig beackerten historischen Feld.

Cornelia Domaschke / Daniela Fuchs-Frotscher / Günter Wehner (Hg.): Widerstand und Heimatverlust. Deutsche Antifaschisten in Schlesien. Karl Dietz Verlag. 207 S., br., 14,90 €

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