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Zebra sucht Geschäftsleute

MSV Duisburg braucht gegen den 1. FC Union Berlin Punkte, viel dringender aber neue Sponsoren

  • Von Jana Lange, SID
  • Lesedauer: 2 Min.
Heute tritt der 1. FC Union Berlin in Duisburg an - und trifft dabei auf einen sportlich und finanziell schwer angeschlagenen Gegner.

Wenn Fans für die Rettung ihres Klubs Pfandflaschen sammeln, muss die Lage dramatisch sein: Die Aktion junger MSV-Anhänger nach dem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli (1:4) am Sonntag veranschaulichte erschreckend deutlich die Finanzmisere des insolvenzbedrohten Fußball-Zweitligisten aus Duisburg.

Neue Geldquellen werden überall händeringend gesucht, auf eine Entwarnung hofften die MSV-Fans auch am Dienstag vergeblich. »Klar ist, dass wir dringend Geld benötigen«, sagte Klubsprecher Martin Haltermann. Zu Medienberichten, wonach der Verein zum Ende des Monats sogar die Spielergehälter nicht mehr bezahlen könne, wollte er sich nicht äußern: »Wir werden keine Wasserstandsmeldungen abgeben.« Kurzfristig sollen 2,3 Millionen Euro, bis zum Saisonende ingesamt fünf bis sechs Millionen in der Klubkasse fehlen, um die laufenden Verbindlichkeiten zu decken. Zahlen wollte der MSV auch nicht nennen, Haltermann bestätigte aber, dass zur Not auch Spielerverkäufe denkbar seien.

Die Gründe für die akute Schieflage liegen nach dem Misserfolg der vergangenen beiden Spielzeiten in den Einbußen beim Sponsoring, den enormen Stadionkosten (4,2 Millionen Euro pro Jahr) sowie geringerer Einnahmen aus Fernsehverträgen nach der anhaltenden sportlichen Talfahrt. Nach nur drei Spieltagen war Oliver Reck als Trainer entlassen worden, bergauf ging es dennoch nicht. Duisburg befindet sich nach 15 Spielen mit zwölf Punkten in der Abstiegszone, das Pokalaus in der 2. Runde beim Drittligisten Karlsruher SC schlug zusätzlich ins Kontor.

Duisburgs Geschäftsführer Roland Kentsch hatte in der Vorwoche bereits Alarm geschlagen: »Stand jetzt sind alle Reserven, die wir hatten, aufgebraucht. Es ist nach wie vor nicht auszuschließen, dass der professionelle Fußball hier keine Zukunft hat.« Der ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratschef Walter Hellmich hatte sein Angebot, als Investor auszuhelfen, wegen Gegenwinds aus dem Umfeld des Vereins jüngst zurückgezogen. Klubikone Bernard Dietz gibt die Hoffnung aber noch nicht auf: »Es müssen Geschäftsleute investieren. Die wollen auch Einfluss haben, aber das ist dann auch in Ordnung.« Im Kampf ums pure Überleben ist der Klub scheinbar bereit, sich zu verkaufen.

Zu den großen finanziellen Schwierigkeiten gesellt sich bei den Duisburgern vor dem heutigen Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin auch noch fortwährendes Verletzungspech. Beim 1:4 gegen St. Pauli zog sich der Brasilianer Antonio da Silva einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zu und muss mehrere Wochen pausieren, insgesamt fehlen Trainer Kosta Runjaic zehn Spieler.

Die Fans des MSV weiten indes angesichts der dramatischen Lage ihr Engagement aus. Mit der Aktion unter dem Namen »Retter aus Leidenschaft« haben sie für den 14. Dezember eine Party organisiert, deren Eintrittsgelder dem Klub als Spenden zugutekommen sollen. Auch Rettungs-T-Shirts sind bereits in Arbeit.

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