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Grundlagenwerk gegen Uranmunition

IPPNW vereint wissenschaftliche Ergebnisse mit juristischen und politischen Analysen

Welche verheerenden Langzeitfolgen der Einsatz von Kriegswaffen haben kann, zeigt eine neue IPPNW-Analyse zur Uranmunition.

»Golfkriegssyndrom«, »Balkansyndrom« - um Uranmunition gab es seit den 1990ern auch öffentlich heiße Debatten. Nun hat die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) eine Zusammenfassung von medizinischen, naturwissenschaftlichen, juristischen und politischen Erkenntnissen zu dem immer noch umstrittenen Thema veröffentlicht. »In dieser Gebündeltheit und Aktualität gibt es derzeit nichts besseres«, sagte der Völkerrechtler Manfred Mohr bei der Vorstellung am Montag in Berlin. Mohr ist Vorstandsmitglied von ICBUW, der Internationalen Kampagne für das Verbot von Uranwaffen, die den Bericht mit erarbeitet hat.

Uranmunition gibt es in verschiedenen Kalibergrößen. Sie enthält abgereichertes Uran, einen Abfallstoff aus Kernkraftwerken mit einer so hohen Dichte, dass er panzerbrechend ist. Laut IPPNW befindet sie sich in den Arsenalen von mindestens der USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, Griechenland, Türkei, Israel, Pakistan, Saudi-Arabien und Thailand. Uran ist sowohl radioaktiv als auch chemisch giftig. Dass seine großflächige Anwendung giftige Auswirkungen haben muss, liegt nahe und ist durch viele Forschungen erhärtet, wird aber von allen betroffenen Regierungen mit Rückgriff auf entlastende Studien bestritten. Die IPPNW hat nun Erkenntnisse zusammengetragen, »die die Behauptung von Befürwortern und Nutzern dieses Waffentyps, die Gefährlichkeit von Uranmunition sei äußerst gering, widerlegen«, so ihr Fazit.

Der Gesundheitsteil des Berichts beruht auf über 100 wissenschaftlichen Arbeiten, vorwiegend Studien an Zellkulturen, Tierversuche und epidemiologische Untersuchungen aus Kriegsgebieten. Verfasst hat ihn Winfrid Eisenberg, früherer Leiter der Kinderklinik Herford und Experte für Niedrigstrahlung. »Die Zusammenhänge sind so klar wie nur was«, sagte Eisenberg bei der Vorstellung. Dass Urinproben von Kriegsveteranen oft keine Uranrückstände aufwiesen, erklärt er damit, dass sich Uran auch in Lymphknoten und in der Lunge ablagern kann - und Lymphome seien eine häufige von Uranmunition verursachte Krebsart.

Dass UNEP, das Umweltprogramm der UNO, die in den Irakkriegen verschossene Uranmunition als ungefährlich einstuft, kritisierte die Ex-IPPNW-Vorsitzende Angelika Claußen. Sie war selbst mehrmals in Irak und weist darauf hin, dass UNEP davon ausgehe, dass dort bombardierte Fahrzeuge nicht berührt werden, Patronenhülsen nicht eingesammelt werden und der Militärschrott keine Weiterverwendung findet - völlig irreale Grundannahmen.

IPPNW und ICBUW fordern neben dem Verbot von Uranwaffen mehr unabhängige Forschung zu dem Thema und die genaue Benennung der mit Uranmunition beschossenen Gebiete.

Der Bericht online: www.ippnw.de

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