Das Wagnis der Selbstverwaltung

Die vor einem Monat gegründete linke »Zeitung der Redakteure« sucht in Griechenland ihren Lesermarkt

  • Von Anke Stefan, Athen
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Am frühen Abend herrscht in den Räumen der »Zeitung der Redakteure« reger Betrieb. Etwa 110 Menschen bilden die Belegschaft der einzigen Zeitung Griechenlands, die von ihren Macherinnen und Machern als Genossenschaft in Eigenregie betrieben wird. Heute blickt das ambitionierte Medienprojekt auf den ersten Monat seines Bestehens zurück.

Am Anfang war der Widerstand. Die Idee zur »Zeitung der Redakteure« entstand in den Arbeitskämpfen gegen die von der Herausgeberin angestrebte Schließung der »Eleftherotypia« ab Ende 2011. »Damals haben wir Versammlungen über Versammlungen abgehalten, um zu entscheiden, was wir tun können«, erläutert Chefredakteur Nikos Voulelis. »Von den etwa 800 Beschäftigten warfen einige die Idee auf, eine Genossenschaft zu gründen und die Zeitung in Eigenregie heraus zu geben.« Am Ende waren es etwa 80 Redakteure, Fotografen, Korrektoren und Layouter, die den großen Schritt wagten. Ergänzt von etwa 30 Kolleginnen und Kollegen, die für die Mitarbeit im selbstverwalteten Projekt zum Teil die Arbeit bei herkömmlichen Medien aufgegeben haben.

Den Titel »Eleftherotypia«, zu deutsch Pressefreiheit, hat man nicht bekommen, den Sinn des Titels und die Erfahrung aus dem ebenfalls einzigartigen linksliberalen Zeitungsprojekt aber mitgenommen. Denn in de...


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